Feuerwehrleute bei der Realbrandausbildung
Freiwillig in die Feuerhölle

Die Kastlicher Brandschützer bei der Vorbereitung auf den Brandcontainer.
Vermischtes
Kemnath
28.07.2016
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Bei einem Brand wünscht sich jeder schnelle und vor allem effektive Hilfe. Um dafür gewappnet zu sein, brauchen die Einsatzkräfte neben neuester technischer Ausrüstung auch eine erstklassige und praxisnahe Ausbildung. Dafür opfern sie nicht nur Zeit, sondern nehmen auch einige Kilometer auf sich.

Kemnath/Kastl/Oberhausen. (mde) Durch den Einsatz moderner Werkstoffe bei Modernisierungen oder Neubauten von Gebäuden nehmen nicht nur die positiven Dämmeigenschaften, sondern auch die Gefahren bei einem Feuer erheblich zu. Tropfbrände durch kunststoffhaltiges Dämmmaterial, starke Hitze- und Rauchentwicklung durch Pressspanplatten erschweren die Brandbekämpfung. Hier benötigen die Aktiven viel Fachwissen, damit unter Atemschutz die Flammen effektiv bekämpft werden können.

Um sich auf solche Einsätze vorzubereiten, bildeten sich neun Brandschützer der Wehren Kastl und Kemnath in Oberhausen bei Neuburg an der Donau fort. Die Schulung dort in einer feststoffbefeuerten Realbrandausbildungsanlage beinhaltete auch ein Training für Strahlrohrführer.

Die Teilnehmer erlernten von Ausbilder Markus Irro von der Magirus-Firefighter-Academy den richtigen Umgang mit dem Hohlstrahlrohr und das korrekte Vorgehen im Drei-Mann-Trupp unter Atemschutz im seitlichen Kriechgang. Dann wurde es ein wenig heiß. Mehrere zusammengebaute Container stellten ein Wohnhaus dar. Nach ausführlicher Einweisung musste ein verrauchter und abgedunkelter Hindernisparcour auf zwei Ebenen absolviert werden.

90 Grad Raumtemperatur


Dabei kam es besonders auf das Tastgefühl, räumliche Denken, den Teamgeist sowie das gegenseitige Vertrauen im Trupp an. Rund 90 Grad Hitze mussten die Teilnehmer durchstehen und im Anschluss noch ein Zimmer nach einer vermissten Person, unter "Nullsicht" absuchen.

Im "Brandraum" herrschten auf Türklinkenhöhe rund 300 Grad Celsius. Auf dem rechten Stiefel sitzend, den linken Fuß nach vorne gestreckt und nah am Boden, ließen die Feuerwehrler den heißen Rauch und die Feuerzungen an der Decke über sich ergehen. Mit Sprühstößen durch das Hohlstrahlrohr galt es, die Rauchschichten zu kühlen. Fortlaufend müssen die Rauchschichten beobachtet werden, damit eine eventuelle Rauchgasdurchzündung unterbunden werden kann.

Einen Liter geschwitzt


Wieder im Freien wurde auf das richtige Ablegen der Ausrüstung nach einem Heißeinsatz und die Einsatzstellenhygiene eingegangen. Mindestens einen Liter Körperflüssigkeit hatte jeder Teilnehmer bei dem rund 20 minütigen Durchgang verbraucht. Dieser Verlust musste durch isotonische Getränke ausgeglichen werden. Lehrgangsleiter Andreas Wilhelm von der Magirus-Firefighter-Academy konnte allen Teilnehmern das Zertifikat überreichen. Von der Feuerwehr Kastl nahmen es Andreas Ackermann, Sven Bruchner und Felix Kirchberger in Empfang. Von den Kemnather Floriansjüngern besuchten Marco Filbinger, Michael Siebenweiber, Marco Schäffler, Michael Sauer, Daniel Merkl und Michael Denz die Fortbildung.
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