Freie Wähler sprechen mit Vertretern des Krankenhauspersonals
Diagnose: steigende Belastung

Die Kreisräte der Freien Wähler hörten sich in Kemnath die Sorgen der Beschäftigten des Krankenhauses und der Steinwaldklinik Erbendorf an. Bild: hfz
Vermischtes
Kemnath
23.07.2016
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Positive Zahlen für das Krankenhaus Kemnath und die geriatrische Rehaklinik in Erbendorf vermeldete Christian Baumann, Aufsichtsrat der Kliniken Nordoberpfalz AG, seinen Kreistagskollegen von den Freien Wählern. Sie erachten aber die Wirtschaftlichkeit nicht als das alleinige Bewertungskriterium.

Die Politiker suchten daher das Gespräch mit den Arbeitnehmervertretern der Beschäftigten des Krankenhauses Kemnath und der Steinwaldklinik. Neben der Sprecherin Monika Selch waren zahlreiche Betriebsräte zu diesem Meinungsaustausch gekommen.

Christian Baumann berichtete von einer Belegung von fast 100 Prozent in beiden Häusern. Die Freien Wähler stuften jedoch eine gute Betreuung und Pflege sowie die "Kunst" der Ärzte höher ein.

Lobend erwähnten die Betriebsräte aus Kemnath den sehr guten baulichen Zustand, die technische Ausstattung und die hervorragende Belegung des Krankenhauses. "Diese Rahmenbedingungen sind die Voraussetzung für weiter erfolgreiche Arbeit." Allerdings gab es auch Kritik und Verbesserungswünsche. Besonders beklagten sie die weiter steigende Arbeitsbelastung.

Die FW-Kreistagsfraktion war sich mit den Pflegekräften einig, dass der von Gesetzgeber und Krankenkassen ausgeübte wirtschaftliche Druck nicht weiter fortgesetzt werden dürfe. Besonders die kleinen Krankenhäuser könnten nicht noch mehr Personal einsparen. Die Personalvertreter bedauerten besonders das Fehlen der "Zivis", die früher viele Hilfsdienste übernahmen und damit Entlastung brachten.

Für die Zukunft des Krankenhaus Kemnath mahnten die Beschäftigten an, dass weitere Investitionen notwendig seien. "Der medizinische Fortschritt geht weiter, und auch die Erwartungen der Patienten steigen", Hier sicherten die Gäste ihre Unterstützung zu.

Besonders die Steinwaldklinik in Erbendorf brauche dringend Investitionen, berichteten die dort tätigen Therapeuten und Pfleger. Das Haus sei in die Jahre gekommen, die Qualität der Patientenzimmer müsse verbessert werden. Einzelzimmer und ein Sanitärbereich im Zimmer seien heute Standard und Voraussetzung für eine weiterhin gute Akzeptanz bei den Patienten. Die Kreisräte schlossen sich der Einschätzung an. Baumann teilte mit, dass diese Investitionen auch schon geplant sind.

Ein ebenfalls wichtiges Anliegen der Beschäftigten war, dass weiterhin alle Mitarbeiter der Kliniken Nordoberpfalz AG nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bezahlt werden. Besonders ein Outsourcing von Putz- und Reinigungspersonal lehnten sie ab. "Damit leidet die Qualität der Arbeit, und dem Betriebsfrieden dient es auch nicht", betonten die Mitarbeiter der Kliniken. Auch in diesem Punkt stimmten die Politiker zu und versicherten, sich dafür einzusetzen. Beide Seiten vereinbarten, den Dialog fortzusetzen.
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