Frieden als höchstes Gut schätzen
Noch lange keine friedliche Welt

Bürgermeister Werner Nickl hielt vor den Stadträte und Ortssprechern (links), Pfarrer Heribert Stretz (rechts), Mitgliedern der Krieger- und Soldatenkameradschaft Waldeck sowie den Bürgern die Gedenkrede. Bild: hl
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Kemnath
15.11.2016
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Waldeck. Seiner Rede am Kriegerdenkmal stellte Bürgermeister Werner Nickl ein Zitat des österreichischen Schriftstellers Karl Kraus aus dem 1922 erschienenen Werk "Die letzten Tage der Menschheit" voran: "Alles was gestern war, wird man vergessen haben. Was heute ist, nicht sehen. Was morgen kommt, nicht fürchten. Man wird vergessen haben, dass man den Krieg verloren, vergessen haben, dass man ihn begonnen, vergessen, dass man ihn geführt hat. Darum wird er nicht aufhören." Diese Worte erinnerten an die doppelte Bedeutung des Volkstrauertages: Gedenken und Mahnung.

100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg seien Bürgerkriege, militärische Eskalationen, Schreckensherrschaften der Terroristen des Islamischen Staates und die Flüchtlingsbewegung Beispiele einer Welt, in der nach wie vor viel zu viele Menschen Opfer von Krieg, Terror und Blutvergießen sind. Die Flüchtlingsströme machten eines deutlich: "Frieden ist noch lange nicht, vielleicht nie", erklärte Nickl. Die Botschaft an alle Menschen am Volkstrauertag müsse lauten: Nie wieder Krieg. Menschlichem Leid gegenüber dürfe man nicht gleichgültig, Zivilcourage nicht nur als bloßes Wort sein. Frieden bewahre nur, wer aktiv für ihn eintritt. Der Volkstrauertag sensibilisiere, Frieden und Freiheit als das höchste Gut der Gesellschaft zu schätzen, schloss Nickl, bevor er einen Kranz niederlegte.

Karl Reger, Vorsitzender der Krieger- und Soldatenkameradschaft, gedachte der Gefallenen der Bundeswehr bei den militärischen Einsätzen in den Krisengebieten, aber auch aller Opfer von Krieg und Gewalt. Auch er legte einen Kranz nieder. Regers Dank galt allen Vereinen sowie der Soldaten- und Reservistenkameradschaft Erbendorf für die Teilnahme an der Gedenkfeier.

Die Blaskapelle hatte den Zug zum Kriegerdenkmal begleitet und Choräle sowie das Lied vom guten Kameraden gespielt. Dazu wurden drei Schuss Ehrensalut abgefeuert. Pfarrer Heribert Stretz, der in der Pfarrkirche den Gedenkgottesdienst gehalten hatte, betete für die gefallenen und vermissten Kameraden sowie die Toten durch Terror und Konflikte.
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