Für Faschingszüge gibt es einige Auflagen zu beachten
Narrensicher

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Kemnath
04.02.2016
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Genehmigung der Gemeinde, Rücksprache mit Polizei und Bauhof, Versicherungen, Gema, verkehrsrechtliche Anordnung - vor dem Spaß beim Faschingszug steht erstmal Bürokratie. Doch damit ist die Arbeit der Organisatoren noch lange nicht getan.

Waldeck/Eschenbach. Die Faschingsgesellschaft (FG) Eschenbach steigt bereits im Sommer in die ersten Planungen für den Gaudiwurm ein. Der Waldecker Carnevalsverein (WCV) zieht Mitte Herbst nach. Etwa fünf Wochen vor dem Spektakel gehe es an die Details, berichtet Klaus Wegmann. Bei den Vorarbeiten kann sich der WCV-Präsident auf Mitglieder des Elferrates stützen. Wie in Eschenbach ein eingespieltes Team mit fester Aufgabenverteilung.

Probleme, überhaupt Teilnehmer für einen Gaudiwurm zu finden, haben beide Verein nicht. "Da fahren immer die gleichen mit", weiß der Eschenbacher Präsident Harald Wohlrab. Ihm liegen bisher etwa 50 Anmeldungen für Samstag, 6. Februar, (ab 13.30 Uhr) vor. Und somit ebenso viele unterschriebene Rückantwortzettel, auf denen die Vereine und Gruppen die von Behörden und auch von den Veranstaltern gemachten Auflagen (siehe Kasten) zwingend anerkennen müssen. Auf diese Weise sichern sich auch die Waldecker ab, damit der Spaß für sie kein ernstes Nachspiel hat.

"Mittlerweile wissen alle, auf was sie achten müssen", meint Wohlrab, der alle zwei Jahre, im Wechsel mit den Pressather und Kirchenthumbacher Faschingsnarren, einen Gaudiwurm auf die Beine stellt. "Das A und O ist, dass den Jugendlichen nichts passiert", fasst er die Vorgaben grob zusammen. Seit der Premiere 2006 für die FG, die 2005 aus dem Motorradclub "Pilots" und dem VW-Team hervorgegangen ist, habe es keine Probleme gegeben. Ausreißer seien immer wieder mal darunter, jedoch hofft er, dass "auch die Eltern ein Auge mit darauf haben". Für die Gruppen gelte jedenfalls, keine "harten" alkoholischen Getränke auszugeben, nachdem dieses Thema in den letzten Jahren zunehmend problematischer geworden sei.

"Klopfer" sind tabu


Sogenannte "Klopfer" werden auch in Waldeck am Sonntag, 7. Februar, (ab 14 Uhr) nicht ausgeworfen - und das nicht nur, weil "sie jemand an den Kopf kriegen könnte", betont Wegmann. Die Alkoholabgabe von Wagen sei prinzipiell verboten, nach negativen Erfahrungen in der Vergangenheit. Damals seien nach dem Zug viele Jugendliche betrunken gewesen. Die aber hätten die "Sachen selbst mitgebracht oder schon vorgeglüht". Aufgrund der daraufhin verschärften Auflagen habe es vor zwei, drei Jahren zwar einen gewissen Einbruch gegeben, "doch mittlerweile hat es sich herumgesprochen, dass es nicht so schlimm ist".

Gemäß dem Motto "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" schauen sowohl der WCV als auch die FG kurz bevor der Faschingszug startet nach dem Rechten. In Eschenbach kontrollieren zwei, drei Mann die Anhänger, ob sie einen sicheren Aufbau und Aufstieg sowie eine rutschfeste Unterlage haben, erklärt Wohlrab. "Abenteuerliche Dinge" seinen bislang nicht dabei gewesen.

Die Waldecker bezahlen dafür eigens eine Security, die die Teilnehmer nochmals belehrt und unter anderem auf die Einhaltung der Geländerhöhe (mindestens ein Meter) achtet. Zudem übernehmen die Feuerwehren aus dem Bezirk von Kreisbrandmeister Alois Schindler nicht nur die Verkehrsregelung, sondern postieren entlang der Zugstrecke durch den Markt alle 30 bis 40 Meter Kräfte zur Absicherung.

In Eschenbach wird es auch dank der Stadt am Samstag am Stadtberg Süßigkeiten, Chips und Popcorn regnen. Sie steuert laut dem FG-Präsidenten einen Teil zu den Ausgaben bei. Für rund 2000 Euro hat das Organisationsteam Bonbons, Chips und Popcorn angeschafft und am Mittwoch an die teilnehmenden Gruppen verteilt. Gegenüber der Verwaltung hat Wohlrab sowieso keinen Grund zur Klage. Seit der Faschingszug nach rund 20 Jahren Pause wieder rollt, seien die Narren mit der Unterstützung von Bürgermeister Peter Lehr und dessen Vorgänger Robert Dotzauer "voll zufrieden". Allerdings wünschte er sich von der Stadt ein "größeres, stattliches Gebäude" für FG-Veranstaltungen.

In Waldeck müssen die inzwischen ebenfalls rund 50 Gruppen größtenteils selbst für Wurfmaterial sorgen. Gratis-Kamelle gibt es nur für WCV-Mitglieder, jedoch werden laut Wegmann die Leckereien an andere Vereine auch verkauft, um einen Teil der etwa 4000 Euro für den Gaudiwurm abzudecken. Am Sonntag wird von erwachsenen Narren zudem ein Euro Eintritt verlangt. Doch hier wie da gilt: Die Teilnehmer am Gaudiwurm zahlen keine Gebühr, denn nicht nur Wohlrab ist "froh, dass welche mitmachen".

Einige der AuflagenBei Faschingsumzügen steht neben dem Spaß auch die Sicherheit mit an oberster Stelle. Deshalb gibt es seitens der Landratsämter Tirschenreuth und Neustadt/WN beziehungsweise der Städte Eschenbach und Kemnath bestimmte Auflagen, die erfüllt werden müssen:

Während der gesamten Veranstaltung gilt Schrittgeschwindigkeit für die Fahrzeuge.

Die Wagen müssen vom TÜV zugelassen und versichert sein.

Die Fahrer müssen eine gültige Fahrerlaubnis besitzen und volljährig sowie nüchtern sein.

Motorräder dürfen nicht am Umzug teilnehmen.

Zur Sicherheit muss jedes Fahrzeug jeweils von zwei Ordnern links und rechts begleitet werden. Pro Wagen ist zudem ein Verantwortlicher zu bestimmen.

Während der An- und Abfahrt zur Veranstaltung dürfen sich keine Personen auf den Anhängern befinden.

Von den Wagen dürfen keine alkoholischen Getränke an die Besucher ausgeschenkt werden.

Polizei und Feuerwehr müssen vor der Veranstaltung informiert werden. Ihren Anordnungen ist folge zu leisten.

Die Veranstalter müssen eine entsprechende Haftpflichtversicherung abschließen.

Bezüglich der Lautstärke gibt es in Eschenbach keine Regelungen, so Roland Wiesent vom zuständigen Ordnungsamt. In Waldeck darf die Musik zu keiner Belästigung oder Beeinträchtigung der Zuschauer oder der weiteren Teilnehmer führen. Zusätzlich lässt der WCV nur Wagen mit maximal zwölf Personen an den Start. (prk)
Das A und O ist, dass den Jugendlichen nichts passiert.Der Eschenbacher Faschingspräsident Harald Wohlrab
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