Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Kemnath
Zeit lindert nur Schmerz

"Der VdK lehnt den Krieg als Mittel der politischen Auseinandersetzung entschieden ab", sagte Ortsvorsitzender Dieter Weber bei seiner Gedenkrede. Bild: jzk
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Kemnath
15.11.2016
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Der Mensch soll aus der Geschichte lernen. Doch Stadtpfarrer Konrad Amschl hegt daran Zweifel, wenn er auf die Zeit seit den beiden Weltkriegen blickt.

"Heute wissen wir, wie grausam und sinnlos die beiden Weltkriege waren", sagte er im Gedenkgottesdienst zum Volkstrauertag in der Stadtpfarrkirche. "Was unvorstellbar schien, hat sich seitdem millionenfach in den sowjetischen Straflagern und in den Kriegen im Nahen und Mittleren Osten wiederholt." Manchmal habe man den Eindruck, dass alles noch schlimmer geworden sei. "Aber weil Gottes eigener Sohn sein Leben für uns hingab, geben wir Christen die Hoffnung nicht auf."

Unter der Leitung von Stefanie Übelmesser sang der Gemeinschaftschor aus Liedertafel Kemnath und Sängerbund Immenreuth die "Deutsche Messe" von Michael Haydn und das Marienlied "Sancta Maria". Zu den Klängen der Kemnather Stadtkapelle bewegte sich anschließend der Kirchenzug zum Kriegerdenkmal.

"Wir erinnern heute besonders an die schlimmsten Zeiten Deutscher Geschichte, an die beiden Weltkriege und besonders an die Nazidiktatur", sagte Bürgermeister Werner Nickl. "Die Zeit lindert den Schmerz, aber sie heilt nicht alle Wunden." Er forderte alle auf, dort mutig einzuschreiten, wo Mitmenschen Hilfe brauchen.

Nach dem Bläserchoral "Über den Sternen" der Stadtkapelle, dirigiert von Rita Kunz, gedachte VdK-Ortsvorsitzender Dieter Weber der Opfer von Krieg und Gewalt. Für ihn sei der Volkstrauertag auch ein Tag des Respekts für die Taten derer, die "unser Land aus den inneren und äußeren Verwüstungen in den Frieden geführt haben". Raimund Pinzer gab bekannt, dass der Volksbund die Gräber von etwa 2,7 Millionen Kriegstoten auf über 832 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten betreut. Dabei werde er von über einer Million Mitglieder und Förderer unterstützt. Alle drei Redner legten am Mahnmal Kränze nieder. Mit dem Choral "Ich hatt' einen Kameraden" und drei Böllerschüssen von Max Popp endete die Gedenkfeier.
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