Getriebeöl, Tierkadaver und uneinsichtige Fahrer
Ein Einsatz, der zum Himmel stinkt

Reinigungsmittel, Wasser und Besen waren nötig um die starke Verunreinigung durch Tierkadaveröl und Getriebeöl zu reinigen.
Vermischtes
Kemnath
21.08.2016
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Wofür Feuerwehren alles zuständig sind, zeigt ein Einsatz der Kemnather Wehr vom Freitagabend. Diese Technische Hilfeleistung stinkt in mehrfacher Hinsicht zum Himmel.

Ein Lastwagenfahrer bemerkte beim Einbiegen von der Staatsstraße 2665 in die Bayreuther Straße einen Getriebeschaden an seinem Fahrzeug, und zog bereits eine rund 150 Meter lange Ölspur hinter sich her. Weil weiter Betriebsstoffe austraten, bat er über Notruf die Feuerwehr um Hilfe. Bei der Feuerwehr Kemnath ging um 17:28 Uhr der Alarm ein, rund zwanzig Einsatzkräfte rückten mit vier Fahrzeugen zum Schadensort aus.

Beißender Geruch


Vor Ort sicherten die Einsatzkräfte den Verkehrsraum, banden das auslaufende Getriebeöl ab und kehrten die Ölspur ab. Weil der mit Tierkadavern und Schlachtabfällen beladene Gliederzug nicht samt Ladung abgeschleppt werden konnte, musste ein Ersatzfahrzeug Anhänger und Abrollbehältermulde aufnehmen. Durch das Umladen lief so viel stinkende Flüssigkeit aus den Behältern auf die Straße, dass Rutschgefahr bestand. Bestialisch stinkender, beißender Geruch nahm den Helfern bei der Arbeit die Luft.

Mit Reinigungsmittel, Wasser und Besen mussten sie rund 50 Quadratmeter Fahrbahn reinigen. Im Nachgang wurde nochmals mit Ölbindemittel abgekehrt. Mit Abfallsäcken und Ölbindevlies wurde das Getriebe abgedichtet.

Uneinsichtige Verkehrsteilnehmer


Um bei dem großen Verkehrsaufkommen im Kreuzungsbereich einen Rückstau auf der Staatsstraße zu verhindern sperrte ein Sicherungsposten die Bayreuther Straße stadteinwärts mit Verkehrsleitkegeln und Blitzleuchten. Auch die Abbiegespur aus Richtung Kulmain war gesperrt. Dennoch waren einige Autofahrer uneinsichtig und behinderten die Arbeit der Wehr zusätzlich. Begründung: "Hier fahre ich schon immer" oder "Da kann man doch durchfahren". Auch Verkehrsschilder hielten Autofahrer nicht vom Befahren des Einsatzortes ab. Allerdings erlebten die Helfer auch die andere Seite: Eine Autofahrerin habe gehalten und Ihnen Käsekrainer für eine Brotzeit nach dem Einsatz spendiert.

Stadtauswärts konnte die Bayreuther Straße uneingeschränkt befahren werden. Ein Abschleppunternehmen aus Waidhaus kümmerte sich um den defekten Laster. Die Straßenmeisterei Eschenbach stellte Warnzeichen wegen der Ölspur auf und gab die Straße gegen 20 Uhr wieder frei, sodass der Einsatz für die Feuerwehr nach mehr als zweieinhalb Stunden beendet war. Neben Einsatzleiter Kreisbrandmeister Florian Braunreuther war Kreisbrandinspektor Otto Braunreuther und eine Streife der Polizeiinspektion Kemnath vor Ort.
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