Gleich 20 Kinder schließen sich der Feuerwehr Schönreuth-Neusteinreuth an
„Werden das schon hinkriegen“

Mit allem hatten zweiter Vorsitzender Joseph Mauerer, Kommandant Jürgen Plannerer, Fahnenjunker Helmut Zehfuß, zweiter Kommandant Andreas Deubzer und Jugendwart Markus Schwab (hinten von links) gerechnet, nur nicht damit, dass sich gleich 20 Mädchen und Buben der Schönreuther Wehr anschließen wollen. Bild: jzk
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Kemnath
02.07.2016
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Rund 15 Jahre ist Markus Schwab Jugendwart bei der Feuerwehr Schönreuth-Neusteinreuth. So ganz genau weiß er das nicht mehr. Er ist sich allerdings sicher, dass er sich noch nie um so viele Kinder und Jugendliche kümmern musste.

Schönreuth. (luk/jzk) Bisher habe er maximal 11 Mädchen und Buben betreut, doch jetzt wollen auf einen Schlag 20 von ihm lernen, was es heißt, ein Feuerwehrmann zu sein. "Eine solche Anzahl ist alleine nicht zu bewältigen", ist sich Schwab bewusst. Um diese "große Herausforderung" zu meistern, müssen "eben Kommandant Jürgen Plannerer und dessen Stellvertreter Andreas Deubzer mit herhalten".

Bei Familien angeklopft


Bislang war die Zahl seiner Schützlinge ziemlich überschaubar. Mitunter hatte er nur zwei oder drei 16-Jährige, die deshalb bei den Aktiven mitübten. Im Hinblick auf das 125. Jubiläum, das die Wehr vom 15. bis 17. Juli feiert, und um den Nachwuchsbereich mit neuem Leben zu füllen, gingen zweiter Vorsitzender Joseph Mauerer sowie die beiden Kommandanten Klinkenputzen. Rund zwei Wochen lang klopften sie bei Eltern und Kindern in Schönreuth und Neusteinreuth das Interesse ab.

Das Ergebnis überraschte alle, da die Jugendgruppe eigentlich "fast zum Erliegen gekommen ist", berichtet Maurer. Mit "etwa zehn Kindern" maximal hatte Schwab gerechnet. "Die Mädchen und Buben haben regelrecht darauf gewartet, dass sie angesprochen werden", freut sich Mauerer über die Resonanz. "Wir sind mit offenen Armen empfangen worden." Die bereits angeschafften T-Shirts für die künftigen Floriansjünger taten dann ein Übriges. Zu Gute kam den Verantwortlichen aber auch, dass sie das Eintrittsalter von bisher zwölf Jahren herabgesetzt haben.

Für Schwab war die Entscheidung, den Nachwuchs eher an die Feuerwehr zu binden, richtig: "Sonst haben sie die anderen Vereine." Einzige Voraussetzung sei aber gewesen, dass die Kinder "mindestens in die erste Klasse gehen", erklärt der zweite Vorsitzende. Dennoch war die Ausbeute "gewaltig", kommen laut Mauerer Schönreuth und Neusteinreuth gerade mal auf etwa 250 Einwohner, wobei etwa ein Fünftel noch nicht volljährig ist.

Für die 15 Buben und 5 Mädchen stand in dieser Woche bereits die erste Übung an. Auch wenn "nur" 15 zum Treffen gekommen sind, hatte Kommandant Plannerer "schon was zu tun gehabt. Er hat es aber hervorragend gemacht, wie ein Lehrer", lobt Mauerer den Chef der Aktiven. Vor allem mit den Jüngsten ist es wie mit "einem Bienennest", das es zu bändigen gilt. Zu dritt haben sie mit ihren Schützlingen in dreier Gruppen unter anderem das Werfen der Sicherheitsleine, Ab- und Aufrollen der Schläuche und Zielspritzen mit der Kübelspritze geübt.

Whatsapp hilft beim Planen


Wann das nächste Treffen ansteht, ist noch unklar. Geplant ist jedoch, einmal im Monat eine Zusammenkunft anzusetzen. Diese werden in der Regel kurzfristig angesetzt, da Schwab wegen seines Berufes und seiner Tätigkeit als Ortssprecher für Schönreuth wenig Zeit hat. Doch hier hilft die Technik. "Wir haben schon eine Whatsapp-Gruppe gebildet", in der alle Termine oder andere Veranstaltungen angekündigt werden.

Kurzfristig werden auch die weiteren Inhalte der Übungen festgelegt. "Das ist eine Gradwanderung", meint Mauerer. "Macht man zu viel, ist es nichts, macht man zu wenig, ist es auch nichts." Er und Schwab sind sich einig, dass man die Kinder nicht überfordern dürfe. Die Übungen dürften daher zunächst nicht zu lange dauern. Um sie aber bei der Stange zu halten, "muss man es für jeden interessant machen", weshalb auch mal Kegeln oder Pizzaessen auf dem Programm stehen werden. Mauerer ist daher sicher: "Wir werden das schon irgendwie hinkriegen."

Aufnahmen beim Jubiläumsfest85 Mitglieder zählt derzeit noch die Feuerwehr Schönreuth-Neusteinreuth. Noch. Denn bei der Feier des 125-jährigen Bestehens vom 15. bis 17. Juli, werden die 20 Mädchen und Buben "offiziell in unserer Feuerwehr aufgenommen", kündigt Vorsitzender Alfred Hörl an. Er heißt dann Sophia, Simon, Fabian, Alina, Jonas, Stefan und Joshua Heining, Bastian, Fabian und Julian Plannerer, Timo Schwab, Felix Kopp, Vanessa Kade, Sascha und Patrick Angermann, Leon und Yannick Müller, Amely Zehfuß, Emelie Schwarz sowie Kevin Deubzer bei den Brandschützern willkommen. (jzk)


Die Mädchen und Buben haben regelrecht darauf gewartet, dass sie angesprochen werdenZweiter Vorsitzender Joseph Mauerer
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