Grüner Daumen ist am Puls der Natur

Vermischtes
Kemnath
29.11.2016
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Jeder Gartler möchte, dass seine Pflanzen optimal gedeihen. Sie sollen arttypisch und zügig wachsen, gesund bleiben, Erträge liefern und eine Zierde sein. Um dies zu erreichen, muss laut Kreisfachberater Harald Schlöger das Augenmerk auf dem Einklang mit der Natur liegen.

Waldeck. In seinem Vortrag beim Obst- und Gartenbauverein Waldeck, ging der Gartenfachberater auf wichtige Handgriffe und Tätigkeiten ein, die zum erfolgreichen Garteln gehören. Die astronomischen Kalenderdaten seien jedes Jahr gleich: Es gebe feste Tage für den Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Winteranfang. Die Jahreszeiten der Natur hielten sich aber nicht an diese Termine. Doch die Entwicklung der Pflanzen hänge eben stark von der Witterung ab.

Diese Vegetationsdaten werden als sogenannte phänologische Daten schon sei rund 200 Jahren erfasst. Sie seien Ausdruck der vorherrschenden natürlichen Wachstumsbedingungen. Dabei sei für die Entwicklung der Vegetation überwiegend der Temperaturverlauf maßgebend. Überschreiten Luft- und Bodentemperaturen einen gewissen Schwellenwert, beginnen Laubgehölze zu treiben, wusste Schlöger. Dieses Wissen haben die Menschen früher als Bauernregeln von Generation zu Generation weitergegeben.

In Mitteleuropa werden Vegetationsperioden nach phänologischen Grundsätzen in zehn Abschnitte unterteilt. Zum Beispiel markiere der Beginn der Fruchtreife beim Schwarzen Holunder den Beginn des Frühherbstes. Durch die Aufzeichnungen seien mittlerweile eindeutige Veränderungen im Vegetationsverlauf erkennbar. So beginne zum Beispiel bei der Rosskastanie der Blattausbruch heute signifikant früher, wie eine Beobachtungsreihe in der Schweiz seit 1800 zeigt.

Schlöger stellte im Anschluss wichtige Gartenarbeiten vor, entsprechend der jeweiligen phänologischen Jahreszeiten mit dem Schwerpunkt auf Herbstarbeiten. Dabei besprach er Staudenteilung, Pflanzung von Blumenzwiebeln, Pflanzanleitungen für Gehölze und Rosen, Grabgestaltung, Bodenuntersuchung und herbstliche Bodenbearbeitung an. Gleiches galt für Zimmerpflanzenpflege, Edelreiserschnitt oder Schnitt von Gehölzen und Obstbäumen im Spätwinter.

"Wer die Zeichen der Natur aufmerksam beobachtet, entwickelt bald ein Gespür für den Rhythmus des Lebens", erklärte Schlöger. Die Menschen sollten das "Entschleunigungsmittel Garten" genießen, das gerade in einer hektischen Zeit wichtig sei.
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