Hilfe bis unters Dach
Kemnather Kroatienhilfe schickt 202. Lastzug nach Bosnien

Geschafft! Nach dem Beladen des 202. Lastzugs gönnten sich die fleißigen Helfer eine Verschnaufpause: Alois Siebeneichner, der kroatische Fahrer Jadranko Krsco, Richard Pscherer, Gisela Dotzler, Josef Schöcklmann, Josef Raps, Judith Rössler, Christl Kellner, Alois Wörl, Martin Wohlrab, Rainer Liebal und Klaus Fiebig (von links). Bild: jzk
Vermischtes
Kemnath
16.12.2015
54
0

/Kötzersdorf. Die Nummer 202 trug der Lastzug, "den wir, mit Hilfsgütern beladen, in das ehemalige Jugoslawien schicken konnten", erzählt Richard Pscherer aus Kötzersdorf. Der Transport der Kroatienhilfe Kemnath war vor wenigen Tagen nach Capljina in Südbosnien aufgebrochen, bis in den hintersten Winkel voll beladen mit allem, was in einem Haushalt dringend gebraucht wird.

Etwa zehn Tonnen Möbel und Einrichtungsgegenstände wie Schränke, Stühle, Tische, Sessel, Bettgestelle, Schlafzimmer-, Küchen- und Badeeinrichtungen sowie Spielsachen, Schuhe, Kleidung, Bettwäsche, Bettdecken, Matratzen, Teppiche, Kochgeschirr, Öfen und Elektrogeräte verluden die Helfer. Zudem packten sie noch zehn Tonnen Speisekartoffeln auf die Ladefläche.

Als zusätzliches Weihnachtsgeschenk bekam das Altenheim in Capljina 1000 Euro. Die Kemnather finanzieren damit für die rund 60 Bewohner für vier Wochen das Abendessen. Der Kontaktmann der Kroatienhilfe, Ivan Ivankovic, nahm das Geld freudig in Empfang.

Kaum Arbeit


Capljina ist eine größere Stadt, rund 150 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Sarajevo. Unzählige Flüchtlinge des Bürgerkrieges leben dort noch immer in ärmsten Verhältnissen. Arbeit ist gibt es kaum. Die Versorgung durch den Staat reicht nicht zum Leben. Deswegen sind die Menschen dort, unter ihnen viele alte Menschen und Kinder, noch immer auf humanitäre Hilfe aus dem Ausland angewiesen.

Zwei Tage lang war der Lastzug unterwegs, bis er Capljina erreichte. Die Verantwortlichen des Wohltätigkeitsvereins und der Pfarrei Domanovici in Capljina hatten schon vorher festgelegt, wer die Hilfsgüter erhalten soll. Das Abladen dauerte ungefähr vier Stunden.

Die Not ist also noch immer gegenwärtig und lässt die Verantwortlichen nicht ruhen. Deshalb ist die alljährliche Weihnachtsaktion ein wichtiger Mosaikstein, um den Menschen auch mehr als zwei Jahrzehnte nach dem ersten Transport zu helfen. "Ohne humanitäre Hilfe haben die Menschen dort keine Chance auf ein etwas besseres Leben", betonte Klaus Fiebig. Deren Freude und Dankbarkeit über die Hilfsgüter seien unbeschreiblich. Vor Ort hat sich die Kroatienhilfe einen Stamm von zuverlässigen Kontaktleuten aufgebaut, mit denen der Einkauf der Nahrungsmittel organisiert wird. Ebenso sorgen sie dafür, dass die Hilfsgüter gerecht verteilt werden.

SpendenkontoDie Kroatienhilfe bittet für ihre Weihnachtsaktion um Geldspenden. Diese können auf ihr Konto bei der Sparkasse Oberpfalz-Nord, IBAN DE30 753 500 000 000 007 377, BIC BYLADEM1WEN, einbezahlt werden. Auf Wunsch werden gegen Angabe der kompletten Adresse Spendenquittungen ausgestellt. Für Fragen stehen Josef Raps, Telefon 09642/1316, und Klaus Fiebig, Telefon 09642/1709, zur Verfügung. (jzk)
Weitere Beiträge zu den Themen: Hilfe (55)Bosnien (4)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.