Hubertusmesse der Jäger und Imker
Frieden und Liebe nachjagen

Stadtpfarrer Konrad Amschl feierte mit den Kemnather Jägern und Bienenzüchtern eine Hubertusmesse. Imkerkerze und Honig zierten den Altar. Bild: hrö
Vermischtes
Kemnath
08.11.2016
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Der Dienst an der Natur eint die Jäger und Imker in Kemnath. Gemeinsam besuchen sie vor ihren Jahresversammlungen die Hubertusmesse in der Stadtpfarrkirche. Hubertushirsch und Imkerkerze schmückten daher den Altarraum. Die Kaibitzer Schlossbläser mit Hornmeister Ely Eibisch umrahmten mit den Parforcehörnern die Messe.

Die Jäger seien die Heger des Wildes und der Jagdreviere, die Imker sorgten mit ihren Bienen dafür, "dass wir eine blühende Natur und guten Honig genießen dürfen", erklärte Stadtpfarrer Konrad Amschl. Seine Predigt eröffnete er mit der Frage, warum sich früher viele Menschen mit einem röhrenden Hirsch ihre Wohnung schmückten.

Die Brunft der Hirsche, die im Zweikampf ihre Hierarchie auskämpfen, fasziniere durch elementare Vitalität. Als Adeliger im Umfeld von Jagd, Militär und Ritterschaft, der Frau und Kind verloren hat, sei Hubertus auf der Jagd nach einem neuen Glück gewesen. Die Begegnung mit einem kapitalen Hirsch, in dessen Geweih ein Kreuz leuchtete, sei für ihn eine Erleuchtung gewesen, die zur Bekehrung wurde. Dies Kreuz sei kein schlappes Zeichen frommer Devotheit, meinte Amschl. "Von ihm geht jenes Licht aus, das Hubertus sah - und dessentwegen sind wir hier", sagte der Geistliche.

Etwas von einem Jäger stecke in uns allem. Wer diesen Jagdzauber suche, finde zum Beispiel montags oder donnerstags bei den Angeboten von Aldi oder Lidl. "Lässt sich das menschliche Leben im Ganzen als eine einzige Jagd nach Weisheit, nach Glück, nach Sinn beschreiben?", frage Amschl. Paulus schreibe in der Lesung von der Jagd nach dem Siegespreis, wie bei Sportlern. Seine Gemeinde in Korinth fordert er auf, einzig "der Liebe nachzujagen". Menschliches Leben als Jagd nach Gott, Gottes Lebendigkeit als Jagd nach den Menschen. Gott suche den Menschen, weil er Leute brauche, die seine Schöpfung bewahren wie gute Jäger, Förster und Imker. "Suche den Frieden und jage ihm nach", heiße es im Psalm Israels. "Möge jeder so lange suchen und jagen, bis ihm Erleuchtung und Gewissheit zuteil wird wie dem heiligen Hubertus", so der Seelsorger.
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