IG Metall stellt sich auf den Ernstfall ein
Ohne Einigung bis 13. Mai "sehr zeitnahe" Tagesstreiks

Vermischtes
Kemnath
30.04.2016
13
0

Ab 0 Uhr brannten in der Nacht auf Freitag Feuertonnen vor der Pforte des Siemens-Standortes. Mit Fackeln, Fahnen und Trillerpfeifen versammelte sich darum mit 30 Teilnehmern die komplette Nachtschicht zum einstündigen Warnstreik der IG Metall. Bei der Kundgebung sprach Sabrina Feige, Fachsekretärin der Geschäftsstelle Amberg, das zweite Angebot von 2,1 Prozent mehr Lohn an, das der Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie (VBM) am Donnerstag in Augsburg vorgelegt hatte. Dieses lasse vermuten, dass die Arbeitgeber austesten wollten, wie mobilisierungsfähig die IG Metall sei.

Die Nachtaktionen, auch bei Faurecia in Trabitz und Siemens in Amberg, wo jeweils 100 Prozent der Aufgerufenen teilgenommen haben, setzten ein deutliches Zeichen, dass die Metaller bereit seien, sich ihr Stück vom Kuchen zu erkämpfen. Am zweiten Warnstreik auf dem Kemnather Siemens-Gelände am Freitagvormittag beteiligten sich 320 von 450 organisierten Beschäftigten. Erster Bevollmächtigter Horst Ott aus Amberg kritisierte die 0,9 Prozent des VBM als das schlechteste Erstangebot der vergangenen Jahre. Auch die neue Offerte sei nicht viel besser. Lediglich 2,1 Prozent mehr Lohn, allerdings auf zwei Jahre. Dies spiegle wider, wie die Beschäftigten von ihren Arbeitgebern wertgeschätzt werden - "nämlich gar nicht". Eine Aussage seitens der Arbeitgeber sei wohl, dass die IG Metall in der Vergangenheit bei Tarifauseinandersetzungen gewonnen habe, dem müsse man diesmal den Riegel vorschieben, berichtete Ott. Dabei hätten die Arbeitgeber bereits Entgelterhöhungen in ihren Kalkulationen eingeplant, deutlich über dem, was gerade auf dem Verhandlungstisch liege. Einem vernünftigen Verhandlungsergebnis stehe somit eigentlich nichts im Wege. Der IG Metall bleibe nichts anderes übrig als den Druck zu erhöhen, schloss der Redner. Er kündigte "maximal eine zweite Warnstreikwelle" an, "keine dritte oder vierte". Sollte es bis 13. Mai keine Einigung geben, werde es "sehr zeitnah" zu Tagesstreiks kommen. Ott ging auch auf die Situation bei Faurecia in Trabitz ein. Das Standortende sei beschlossene Sache. Dennoch oder gerade deswegen kämpften die Kollegen dort mit in der Tarifrunde. Bild: hfz
Weitere Beiträge zu den Themen: Streik (25)IG Metall (85)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.