Inklusionspreis für Familienzentrum "Mittendrin"
Gegen Barrieren im Kopf

Ein Werk der KinderKunst-Gruppe ist der "Toleranz"-Stuhl. Auf der Sitzfläche ist ein friedliches Puzzle der Weltreligionen zu sehen. Dieses Exemplar steht inzwischen in der Kunstakademie Nürnberg. Bild: hfz
Vermischtes
Kemnath
13.10.2016
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Die Freude ist groß bei Kemnaths "KinderKunst". Das Inklusionsprojekt des Familienzentrums Mittendrin ist einer der beiden Träger des Inklusionspreises, den die Stiftung Lebenshilfe im Landkreis Tirschenreuth zum vierten Mal ausgeschrieben hat.

(jzk/luk) Bei diesem Projekt kommen drei Künstler der Ateliergemeinschaft "Rote Katze" aus Bayreuth regelmäßig ins Familienzentrum und leiten eine Gruppe Kinder im kreativen Gestalten an.

Tolle Stücke


Ausrangierte hölzerne Stapelstühle aus der Mehrzweckhalle werden unter dem Motto "Kemnath - Lass Dich nieder" mit viel Farbe und Fantasie zu individuellen Kunstwerken umgestaltet. Die Bayreuther Künstler, allesamt Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, wecken in den Kindern kreatives Potenzial und fördern gleichzeitig das handwerkliche Geschick bei der Bearbeitung der Stühle. Die Mädchen und Buben lassen sich begeistert auf die Gestaltungsarbeit ein. So herrscht unter den Teilnehmern bereits ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl - trotz unterschiedlichen Alters, Nationalität oder Familienkonstellation.

Wirksame Arbeit


Projektleiterin Jessika Wöhrl-Neuber ist sich der Wirksamkeit inklusiver Angebote sicher: "Solche Projekte ermöglichen Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen Teilhabe im sozialen und kulturellen Bereich, helfen den Alltag zu strukturieren, Selbstwertgefühl zurückzugewinnen und führen langfristig auch zu einer psychischen Stabilisierung." Außerdem können die Künstler durch dieses Projekt zu den Kindern und erwachsenen Mittendrin-Besuchern ungezwungen Kontakt auf- und Barrieren im Kopf abbauen.

Das Konzept überzeugte die Jury um Lebenshilfe-Kreisvorsitzenden Karl Haberkorn. Sie kürte das Kemnather Projekt zum Träger des mit insgesamt 1000 Euro dotierten Inklusionspreises, neben der Realschule im Stiftland Waldsassen.

Gegen eine Spende fertigen die Kemnather Kinder und Künstler individuelle Stühle nach persönlichen Wünschen an. Stolze Besitzer eines solchen Designerstücks sind bereits unter anderem die Polizeiinspektion Kemnath, Bürgermeister Werner Nickl, Stadtpfarrer Konrad Amschl, die "Haarmacherei" und der Kemnather Frauenbund. Ebenso steht in der Kunstakademie Nürnberg ein Exemplar. Weitere werden folgen, denn laut Wöhrl-Neuber liegen der Gruppe noch viele Aufträge vor. Auch für das "Zukunftsministerium" von Ministerin Emilia Müller wird ein Stuhl gefertigt, den die Projektgruppe am 25. November in München übergibt. Die Preisverleihung ist am 8. November um 17 Uhr im Foyer der Mehrzweckhalle.
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