Irgendwann trifft's jeden
Polizisten in Kemnath und Eschenbach haben sich mit Dienst an Heiligabend arrangiert

Arbeiten am Heiligen Abend - für den Kemnather Inspektionsleiter Bernhard Gleißner und die diensthabenden Beamten Jürgen Rosner, Martin Krauß und Thorsten Fiebig (von links) ist das kein Problem. Wie ihre Eschenbacher Kollegen haben sie immerhin einen Christbaum in ihrer Dienststelle stehen. Bild: jzk
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Kemnath
24.12.2015
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Kemnath/Eschenbach. (luk/jzk) Stille Nacht, heilige Nacht. Wie das "traute hochheilige Paar" wachen auch die Beamten der Polizeiinspektionen Eschenbach und Kemnath am Abend der Bescherung. Für sie ein Dienst wie eigentlich jeder andere.

Welche der jeweils vier Dienstgruppen es am 24. Dezember trifft, steht schon lange vorher fest. Wie fast überall in der Oberpfalz arbeiten auch die Beamten in Kemnath und Eschenbach nach einem festen Schichtplan, berichtet Polizeihauptkommissar Werner Stopfer. Jedes Jahr treffe es so eine andere Dienstgruppe, erklärt der stellvertretende Leiter der Eschenbacher Inspektion. Allerdings könne es in einem Schaltjahr durchaus zu einer Verschiebung kommen.

Nicht jeder muss da sein


Wer aber tatsächlich an einem Feiertag oder an Heiligabend arbeiten muss, das legt laut dem Kemnather Inspektionschef, Erster Polizeihauptkommissar Bernhard Gleißner, der jeweilige Dienstgruppenleiter fest. Um eine Schicht zu bilden, "muss ja nicht jeder da sein". So könne dann ein Familienvater mit einem Ledigen tauschen oder Beamte mit bereits erwachsenen Kindern meldeten sich für Heiligabend freiwillig, erzählt Stopfer aus der Praxis. Das werde flexibel gehandhabt und laufe unproblematisch. Denkbar sei auch, dass sich ein Kollege erst nach der Bescherung zur Arbeit meldet: "Es findet sich immer ein Weg."

Flexibel bei Bescherung


Das gilt auch für die Kemnather Dienststelle. "Die Kollegen nehmen schon Rücksicht", jeder in diesem Beruf wisse jedoch "von vornherein, auf was man sich einlässt", meint Gleißner. Das wussten auch seine Kollegen, die drei Polizeihauptkommissare Jürgen Rosner, Martin Krauß und Thorsten Fiebiger, die mit ihrem Dienst am Heiligen Abend "kein Problem" haben, zumal ihre Kinder schon groß sind. "In unserer Familie war die Zeit der Bescherung immer flexibel", blickt Rosner zurück. "Sie richtete sich eben nach unserem jeweiligen Dienstplan." Die Kinder kannten es nicht anders. Die Bescherung sei halt dann vor Dienstbeginn gewesen.

Beim Blick in die Einsatzstatistik erwartet sowohl Stopfer als auch Gleißner für Heiligabend ganz "normales Tagesgeschäft" ohne größere Ereignisse. "Im ländlichen Raum sind die meisten Leute daheim", sagt der Kemnather Inspektionschef. Es sei aber kein "beschaulicher Abend, an dem man den Bürger ausblendet", versichert er. So müsse ganz normal Streife gefahren oder mal eine Unfallmeldung aufgenommen werden.

Prinzipiell sei aber auf den Straßen weniger los, pflichtet Stopfer bei. Es komme jedoch immer wieder mal zu Streitigkeiten im familiären Bereich, wenn vielleicht "das Geschenk nicht gepasst hat", scherzt er. Dann sei aber fast immer Alkohol im Spiel. Das treffe auch auf Einsätze zu, bei denen die Beamten zu Auseinandersetzungen in Lokalitäten gerufen werden. Im Gedächtnis ist Stopfer ein Vorfall im Vorjahr in der Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag geblieben. Damals habe ein "extrem alkoholisierter Mann" mit Suizid gedroht, die restliche Nacht aber lieber in der Haftzelle verbracht. Auch wenn ihre Arbeit an Heiligabend Routine ist, so ist diese Schicht am Ende doch eine besondere. Laut Stopfer legt der Dienstherr den betroffenen Beamten im Präsidiumsbereich etwas Süßes als kleine Aufmerksamkeit auf den Schreibtisch.
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