Ja, was fliegt denn da?

Mit Funkgerät und Karte übten die Soldaten auf Burg Waldeck. Bild:hfz
Vermischtes
Kemnath
29.06.2016
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Scheinbar ziellos kreist vergangene Woche ein Flugzeug über dem Steinwald. Fliegt mal hier, mal dort hin. Tagsüber und auch nachts taucht es immer wieder zwischen Erbendorf und Kemnath auf. Irgendwann verschwindet es schließlich.

Sofort beginnen in den sozialen Netzwerken die Diskussionen, was es denn mit dem Flieger auf sich haben könnte. Schließlich ist es der Flugzeugtyp, der den ausschlaggebenden Tipp gibt. Es war ein Learjet 35 der Gesellschaft für Flugzieldarstellung (GFD), der da über dem Steinwald kreiste. Die GFD unterstützt mit ihren Fliegern Übungen der Bundeswehr. Und genau die war von Dienstag, 21 Juni, bis Donnerstag, 23. Juni, rund um den Schlossberg in Waldeck im Trainingseinsatz. Von Mittwoch auf Donnerstag hatten die Soldaten zudem Nachtausbildung, was widerum das seltsame beleuchtete Flugzeug zu später Stunde erklärt.

"Dabei hat es sich um eine Aufstandhaltungsmaßnahme für Beobachtungssoldaten gehandelt", erklärt Ronny Schubert, Presseoffizier des Weidener Artilleriebataillon 131. In der Fachsprache sei von "Close Air Support Exercise" (CASEX) die Rede - einer Übung, bei der die Soldaten am Boden ein Ziel mit Unterstützung aus der Luft außer Gefecht setzen.

Der Soldat legt ein Ziel fest und gibt dessen Standort per Funk an die Piloten in der Luft weiter. Zur Beobachung des Ziels fliegt das Flugzeug schließlich im Kreis - und schießt es ab. "Aber alles nur imaginär", betont Schubert. Es gehe darum, im Ernstfall Unterstützung anzufordern und das Feuer auf den Punkt zu lenken.

Für die Bevölkerung sei die Übung vollkommen ungefährlich, da keine Munition verwendet wird. Das ist in diesem Fall auch wichtig, denn die CASEX fand nicht auf dem Truppenübungsplatz statt, sondern auf zivilem Gelände auf Burg Waldeck. Ziel ist es, dadurch möglichst reelle Bedingungen zu schaffen. "Streng nach dem Motto ,trainiere wie du kämpfst' gilt es dabei Schäden bei der Zivilbevölkerung zu vermeiden", betont Schubert.

Eine solche Übung wird in der Region zwei- bis dreimal im Jahr durchgeführt - die nächste findet voraussichtlich im September statt. Dazu kommen Bundeswehrsoldaten aus ganz Deutschland in die Oberpfalz. "Neben den Beobachtern aus dem Artilleriebataillon 131 waren das Fallschirmjägerregiment 26, das Artilleriebataillon 295, Verbindungskommando-Luftwaffe der Panzerlehrbrigade 9 dabei", erzählt Schubert - zudem zwei Soldaten der US-Airforce aus Vilseck. "Wir lernen von einander. Die Übung findet immer auf Englisch statt, fährt der Presseoffizier fort. "Das sprechen wir nicht so oft, es ist gut, es immer wieder zu üben."
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