„Jeder trägt Wunden“
Schönreuther feiern mit Pfarrer Konrad Amschl Sebastianamt

"Der heilige Sebastian war ein mutiger Bekenner des Glaubens", predigte Stadtpfarrer Konrad Amschl beim Sebastianamt in der Schönreuther Filialkirche. Er sei für die Menschen heute ein Beispiel an Standhaftigkeit. Bild: jzk
Vermischtes
Kemnath
22.01.2016
81
0

Die Schönreuther halten das Patrozinium ihrer Filialkirche in Ehren. Jedes Jahr feiern sie dort am 20. Januar das Sebastian-Amt und gedenken des Heiligen, der im vierten Jahrhundert in Rom den Märtyrertod erleiden musste.

Schönreuth. Obwohl seitdem rund 1700 Jahre vergangen sind, "muss etwas an diesem Mann sein, das bis heute fasziniert und ausstrahlt", meinte Stadtpfarrer Konrad Amschl. Dessen "Schicksal wiederholt sich Tag für Tag, nicht nur in fernen Ländern, wo Gewalt und Unterdrückung herrschen, sondern auch mitten unter uns". Es gebe viele Verletzungen, unter denen Menschen zu leiden haben. "Jeder von uns trägt irgendwo Wunden und Narben, am Körper und vielleicht noch mehr in Herz und Seele", vermutete Amschl.

Die Bildersprache der Bibel mache deutlich, wie wir Menschen immer wieder verletzt werden. "Die tiefsten Verletzungen sind wohl die inneren, von denen oft nur wenige etwas wissen." Niemand komme unverletzt durchs Leben. "So haben wir wohl alle etwas von heiligen Sebastian an uns und erleben sein Schicksal mehr oder weniger intensiv am eigenen Leib." Wir könnten von ihm lernen, trotzdem auszuharren."

In einem Festzug hatte die Waldecker Blasmusik unter der Leitung von Veronika Krauß die Festgäste und Vereine zur Kirche geleitet. Die Feuerwehr sowie die Krieger- und Soldatengemeinschaft Schönreuth waren mit ihren Fahnenabordnungen vertreten. Mesnerin Barbara Dötterl hatte das Gotteshaus wieder geschmückt. Der Kirchenchor sang eine deutsche Messe und zwei Sebastianslieder, die Josef Zaglmann auf dem Keyboard begleitete.

Nach dem Festgottesdienst zogen die Teilnehmer zu den Klängen der Blaskapelle zurück zum Gasthaus Bauer zur weltlichen Feier. Zum Gedenken an ihren verstorbenen Kameraden Karl Weismeier stimmten die Musikanten dessen Lieblingsstück, die "Fuchsgrabenpolka" an. Der Posaunist hatte im Vorjahr während des Sebastiansamts einen Herzstillstand erlitten und musste von Markus Heining reanimiert werden. Wenige Wochen später starb er. Am Nachmittag hielt Amschl in der Kirche noch eine Sebastiansandacht.
Weitere Beiträge zu den Themen: Märtyrertod (1)Barbara Dötterl (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.