Jubiläumsgottesdienst vom Feinsten
Den Nächsten im Blick

Einzug der Fahnen durch den Mittelgang mit "Fahnengruß vor dem Altar" in die Kirche.
Vermischtes
Kemnath
13.07.2016
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"Genoflex" - Kniebeuge der Ministranten und Pfarrern vorm Altar.

Unter dem Motto "Zwei Vereine - ein Fest" feiern die Kolpingsfamilie 125. und die Feuerwehr 150. Jubiläum. Wie passend die Verantwortlichen der beiden Kemnather Vereine das Fest überschrieben hatten, führen die Zelebranten des Festgottesdienst vor Augen.

(mde) Stadtpfarrer Konrad Amschl, Domkapitular Thomas Pinzer und Militärgeneralvikar Reinhold Bartmann richteten in der Stadtpfarrkirche ihren "Blick auf den Nächsten". Aus dem Motto der beiden Jubiläen sei "sinnbildlich eine Zusammenarbeit und Zusammengehörigkeit geworden", eröffnete Amschl nach dem musikalisch begleiteten Einzug die Messe.

Nach dem Eröffnungslied der Brückenbauer "Eingeladen zum Fest des Lebens" meinte Amschl: "Für Adolph Kolping und den heiligen Florian war Jesus Christus die Mitte ihres Lebens und Wirkens, so auch in unserer heutigen Feier." Symbolisch wurde ein Kreuz aus Kartons, gleichsam als Bausteine, gestaltet. Neben "Freude", "Begeisterung" und "Tatkraft" bestand es aus "Mut", "Verantwortung" und "Gottvertrauen".

Das Tagesgebet richtete sich an das Handeln und Wirken Kolpings als Handwerker, der zum Priester berufen wurde, gleichgestellt dem heiligen Florian, der seine Freunde retten wollte, die als Christen verfolgt wurden. Die Fürbitten gingen auf das Heulen der Sirene, die ausrückenden Einsatzkräfte sowie die Extremsituationen ein, in denen sie sich in Gefahr begeben, um anderen zu helfen.

Strahlrohr vorm Altar


Bei der Gabenbereitung symbolisierte ein Fußball den Mut, gegen Vorverurteilung und Ungerechtigkeit zu kämpfen. Werkzeug stand für die Begeisterung, die junge Menschen beim Schritt in das Berufsleben begleiten soll, wie es Kolping getan hat, ein Helm für Gottes Schutz der Floriansjünger bei Einsätzen. Dass so mancher Einsatz volle Tatkraft benötigt, versinnbildlichte ein Strahlrohr zum Löschen von Bränden.

Zu Beginn seiner Predigt bat Reinhold Bartmann die Gläubigen, ihre Augen für drei Sekunden zu schließen. "So, nun waren wir alle blind, es war dunkel und wir haben das gesehen, was selbstverständlich ist, nämlich nichts." Allerdings lebten wir "in einem Gemeinwesen, indem wir uns auf die Hilfe in Nöten verlassen können", betonte der Militärgeneralvikar.

Ohne Menschen die sich ehrenamtlich engagierten, "wären so manche schon auf dem Boden liegen geblieben. Sei es bei den Flutkatastrophen, Bränden oder Technischen Hilfeleistungen". Ein so buntes, freudiges und sicheres Leben in einer Stadt und Pfarrei wie Kemnath wäre ohne die vielfältigen Vereine gar unmöglich.

"Als kommunale Pflichtaufgabe, eine Feuerwehr zu unterhalten, sollte man dies nicht sehen. Was nützt ein Hund zum Jagen, wenn man ihn auf die Jagd tragen muss?", fragte der Geistliche. Deshalb brauche es Ehrenamtliche und Freiwillige, "die den Dienst am Nächsten ausrichten - und das habt ihr". Bartmann dankte den Floriansjüngern, die "365 Tage, 7 Tage die Woche und 24 Stunden am Tag" unter Einsatz ihres Lebens bereit seien, anderen in Notsituationen zu helfen.

"Nach dem Nächsten und dessen Schicksal zu fragen, zu sehen und anzunehmen, ist die Triebfeder gewesen, dass sich der selige Kolping den sozialen Fragen und Nöten junger Männer im 19. Jahrhundert zuwandte." So habe sich vor 125 Jahren in der Pfarrei der Gesellenverein gegründet, der heute den Namen Kolpingfamilie trage und die Jugendarbeit sowie Familienseelsorge vorantreibe.

Zusammenhalten und feiern


Man gehöre zusammen: "Ich bin Floriansjünger/Floriansjüngerin - ich bin Kolpingbruder/Kolpingschwester." Beide Vereine halten zusammen und feiern gemeinsam.

Im Anschluss an das Schlussgebet und den Segen gestaltete die Kemnather Blaskapelle den Auszug der zahlreichen Fahnen und Gläubigen. Den Kirchenzug unter blauem Himmel begleiteten Kolpingband und Blaskapelle über den Stadtplatz und die Schulstraße bis zur Mehrzweckhalle zum Festakt.
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