Jugendtreff ziegt ins Turmhaus ein
Drei Räume, Garten und viel Treppe

Der Jugendtreff zieht vom Spital ins Turmhaus (Bild) um. In etwa zwei Wochen können die Mädchen und Jungs aus Kemnath mit dem Einräumen der Zimmer in den drei Obergeschossen beginnen. Bild: stg
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Kemnath
05.02.2016
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Stadt und Pfarrer Konrad Amschl führen die Kemnather Jugend an die Kirche heran. Zumindest räumlich gesehen.

Die Stadt Kemnath mietet nämlich das unmittelbar an Gotteshaus und Pfarrhof angrenzende Turmhaus, das sich im Besitz der Kirchenverwaltung befindet. Anfang der Woche unterzeichneten Amschl und Bürgermeister Werner Nickl einen entsprechenden Vertrag, der zum 1. Februar in Kraft tritt - mit unbefristeter Laufzeit. Das Turmhaus soll die neue Heimat des Jugendtreffs werden. Er ist bislang in einem Raum im Spital hinter dem schräg gegenüberliegenden Polizeigebäude untergebracht.

Die Kirche sei dem Rathaus bei der Miete sehr entgegengekommen, berichtet Nickl. Immerhin sei unter den Jugendlichen ein hoher Prozentsatz Ministrant oder Mitglied bei der Kolpingfamilie. Ihnen stehen dann in etwa 14 Tagen drei über Treppen verbundene Räume mit einer Gesamtfläche von etwa 120 Quadratmeter zur Verfügung, die sich auf drei Etagen verteilen. "Da ist intensive Treppenbenutzung angesagt", meint der Bürgermeister im Spaß.

Drei Räume plus Garten


Die beiden Garagen im Erdgeschoss werden weiterhin vom Pfarrer und der Caritas genutzt. In den zwei Stockwerken darüber können die Mädchen und Jungs ihre Treffen oder Veranstaltungen abhalten. Das oberste Geschoss jedoch kann aus Gründen des Brandschutzes nur als Lagerraum dienen. Dafür steht dem Nachwuchs ein kleiner Garten für Grillabende oder ähnliches zur Verfügung. An zwei Tagen in der Woche soll der Treff geöffnet sein: wie bisher freitags von 18 bis 22 Uhr und zusätzlich sonntags am Nachmittag. Allerdings knüpft Nickl die Überlassung des Turmhauses an Bedingungen. So muss bei jeder Veranstaltung ein Verantwortlicher zugegen sein. Hier gebe es ein Team von 15 Erwachsenen, die teilweise Erfahrung als Jugendgruppenleiter haben. Sie sollen für die Zusammenkünfte auch mal ein Kickerturnier oder Spiele organisieren. Ebenso sollen die Treffen bis spätestens 22 Uhr beendet werden, wobei der Rathauschef bei besonderen Veranstaltungen auch mal mit sich reden lässt. Diese sollten aber im "Rahmen des normal Zulässigen" ablaufen, also unter anderem bei Zimmerlautstärke.

Ebenso erwartet er, dass sich die Jugendlichen selbst um die Sauberkeit kümmern. "Wir werden sicherlich keine Putzfrau vorbeischicken." Nach Bedarf oder Möglichkeit soll Sozialpädagogin Jessika Wöhrl-Neuber, die das Familienzentrum Mittendrin leitet, in Aktionen mit eingebunden werden.

Konzept festmachen


Bei all diesen Punkten habe es mit den Jugendlichen nie eine Debatte gegeben, versichert das Stadtoberhaupt. Ganz im Gegenteil: "Sie waren ganz begeistert." Voraussichtlich nächste Woche werden sich er, Jugendbeauftragter Florian Frank und Kirchenpfleger Reinhard Herr mit einer Abordnung der Jugendlichen zusammensetzen, um das Konzept mit den Reglements festzuzurren.

Wenn dann noch der Bauhof zwei Türen rauchdicht gemacht hat, kann der Jugendtreff die Koffer packen. Die bislang als Mietswohnung genutzten Räume bieten für das bisherige Mobiliar im Spital ausreichend Platz. "Das Gebäude hat Flair", nicht nur wegen einer Holzbalkendecke. "Auch wenn Weißen nichts schaden würde", ist sich Nickl sicher, dass es den Mädchen und Jungs gefallen wird.

Stadtarchiv zu schwerUrsprünglich hatte Bürgermeister Werner Nickl mit dem Turmhaus andere Pläne. Es sollte als Stadtarchiv, das derzeit in der Fronveste untergebracht ist und dort "aus allen Nähten platzt", angemietet werden. "Es war alles klar", bis sich die Bischöfliche Finanzkammer eingeschaltet hat und einen Statiker wollte. Und der sagte: "Geht nicht", die Unterlagen und Dokumente wären zu schwer. Um die Statikprüfung kam die Stadt nun trotzdem nicht herum, auch nicht um die Kosten von mehreren Tausend Euro für das Brandschutzgutachten und die Nutzungsänderung. "Ein unglaublicher Verwaltungsaufwand", der sich über fünf Monate hingezogen habe, blickt Nickl zurück. (luk)
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