Keine Krise wegen Griechenland

Bei Christina Flügel vom Kemnather Reisecenter Märkl wollte bislang noch niemand seine Reise nach Griechenland stornieren, nach Tunesien hingegen schon. Bild: stg
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Kemnath
30.06.2015
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Einen sorgenfreien Urlaub in Griechenland genießen - ist das momentan möglich? Reisebüros aus der Region denken: Ja! Und auch ein Dießfurter lässt sich den ersten gemeinsamen Urlaub mit der Freundin nicht von der Schuldenkrise vermiesen. Ein anderes Reiseziel ist dagegen völlig out.

"Gestern war eine Dame am Telefon, die in Betracht gezogen hat, ihre Reise umzubuchen", erzählt Christina Flügel. Die Tourismuskauffrau beim Kemnather Reisecenter Märkl kann sich sonst aber an keine Kunden erinnern, die ihre Reise nach Griechenland stornieren wollten, genauso wenig ihre Kollegin.

"Die Meinungen sind gespalten", sagt Flügel, "viele stört die Situation dort nicht, manche machen sich Sorgen, ob das Geld knapp wird und es unsicherer werden könnte. Einfach die Sorge, ob man gut aufgehoben ist." Gebucht werde Griechenland in den letzten Tagen trotzdem oft - zum normalen Preis.

Stornierungen für Tunesien

Schlimmer sei es bei der Nachfrage nach Tunesien: "Viele stornieren ihre Reisen dorthin oder buchen um." Wie viele Kunden in den letzten Tagen genau kamen, kann Flügel nicht sagen, das Kemnather Reisebüro habe deshalb aber alle Hände voll zu tun gehabt. Keine Umbuchungen - weder für Tunesien noch Griechenland - hat Brigitte Mätzner vom Eschenbacher Reiseservice der Raiffeisenbank Weiden vorliegen. In den vergangenen Monaten sei Griechenland bei ihr hin und wieder gebucht worden. "Bisher gab es noch keine Probleme, wenn, dann kommen die erst. Aber momentan ist bei mir nicht zu erkennen, dass jemand kalte Füße bekommt", berichtet sie.

Seine Füße will hingegen Helmut Gilch aus Dießfurt auch weiterhin im Meer vor Griechenlands Küsten kühlen. Im August fliegt er für sieben Tage mit seiner Freundin nach Rhodos. Gebucht hat das Paar bereits im Februar. "Wir sind spontan ins Reisebüro gegangen und unsere Ansprechpartnerin hat uns gleich Griechenland vorgeschlagen, weil es das Reiseziel 2015 ist, meinte sie", schildert Gilch. Bedenken hat er wegen der Krise keine. "Wir sind der Meinung, dass es in den Urlaubsgegenden nicht so schlimm ist." Der 30-Jährige besitzt eine Kreditkarte und will Bargeld mitnehmen, deshalb müsse er ohnehin kein Geld abheben.

"Wir haben all inklusive gebucht. Wenn das Geld leer ist, ist es leer und wir vergnügen uns nur noch im Hotel." Mit dem Gedanken, zu stornieren oder umzubuchen, habe das Paar nicht gespielt, weil "es unser erster gemeinsamer Urlaub ist und den lassen wir uns von nichts kaputt machen", erklärt er.

Die Nachrichten über Griechenland verfolgen die Oberpfälzer aber sehr genau. "Wir wollen ja wissen, was uns erwartet und wir hoffen noch, dass es sich bis August doch wieder beruhigt." An Griechenland als Urlaubsziel in diesem Jahr werde er nicht rütteln, schließlich finde er das Land einfach toll - nicht nur wegen dem Essen und griechischer Freunde.
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