Kemnath erhält Siegel nach nur sieben Monaten
„Fairtrade-Stadt“ in Rekordzeit

Die Feierstunde gestaltete unter anderem der Gospelchor "Just for Joy" unter der Leitung von Andrea Kick musikalisch. Bilder: stg (3)
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Kemnath
23.02.2016
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Fairkaufen, Fairtrauen und fairändern - das hat sich Kemnath auf die Fahne geschrieben: Seit Sonntag darf sich die Kommune offiziell Fairtrade-Stadt nennen. Der Verein TransFair hat das Gütesiegel vorerst für zwei Jahre verliehen.

Durch die Auszeichnungsfeier im Foyer der Mehrzweckhalle führten dritte Bürgermeisterin Heidrun Schelzke-Deubzer und Alfred Kick von der Steuerungsgruppe, die sich in den vergangenen Monaten des Themas angenommen hatte. Bürgermeister Werner Nickl zeigte sich hocherfreut über die Auszeichnung, die erfolgreich erarbeitet worden sei. Die Basis dafür sei mit dem Beschluss des Stadtrats im Juli 2015 gelegt worden. "Über 40 Geschäfte, Unternehmen, Vereine und Verbände konnten für diese Idee gewonnen werden", berichtete Nickl.

Für gerechtere Welt


Gemeinsam trete man in Kemnath ein für bessere Lebensbedingungen der Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika. "Fairtrade-Stadt zu werden bedeutet, ein konkretes Zeichen für eine gerechtere Welt zu setzen", betonte Nickl. Der Weg dorthin mache Spaß. Man erlebe Menschen, die zusammenkommen, sich austauschen und daran arbeiten, dass der faire Handel in Deutschland bekannter werde. "Und natürlich sind wir noch nicht am Ende angekommen, sondern wir wollen noch mehr Händler, Vereine und Organisationen gewinnen, die bei dieser Aktion mitmachen."

Die Glückwünsche zur Auszeichnung überbrachte Landrat Wolfgang Lippert. Das Bekenntnis zum fairen Handel und zu Fairtrade-Produkten gebe Menschen in fernen Ländern eine Chance. Außerdem bringe man damit eine Wertschätzung der Produkte zum Ausdruck. Bundestagsabgeordneter Reiner Meier zeigte sich davon überzeugt, dass hinter der formellen Auszeichnung in Kemnath auch eine innere Überzeugung stecke. Dass die Stadt nun die erste Kommune in der nördlichen Oberpfalz mit dem Gütesiegel sei, mache ihn als politischen Vertreter der Region sehr stolz.

Hannah Rüther von TransFair hob in ihrer kurzen Laudatio hervor, dass Kemnath die Kriterien in sehr kurzer Zeit erfüllt habe. "Andere Kommunen brauchen dafür im Schnitt ein Jahr lang." Ein Blick auf die Realität zeige, dass Kampagnen wie "Fairtrade-Town" immer noch notwendig seien, da eben unfairer Handel und unfaire Bedingungen noch sehr weit verbreitet seien. Im Durchschnitt gebe jeder Bundesbürger pro Jahr zehn Euro für faire Produkte aus. "Da ist noch Luft nach oben", sagte Rüther.

Musikalisch gestalteten die Feier der Gospelchor "Just for Joy" unter der Leitung von Andrea Kick sowie das interschulische Chor- und Bandprojekt von Real- und Mittelschule unter der Leitung von Anna-Maria und Christian Beck. Für die Besucher bestand im Anschluss an den offiziellen Teil die Möglichkeit, sich an Ständen mit Fairtrade-Produkten einzudecken, am Torwandschießen des Bayern-Fanclubs mitzumachen oder das Spieleangebot des Kinderschutzbundes anzunehmen.
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