Kemnath ist mindestens 1007 Jahre alt - Auch während der Steinzeit lebten Menschen in der ...
Siedlung "Keminata" war der Ursprung

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Kemnath
17.04.2015
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König Heinrich II., dem späteren römisch-deutschen Kaiser, verdankt das Bistum Bamberg seine Gründung: Und auch Kemnaths Geschichte ist ganz eng mit der Person des Regenten verbunden. Grund: Erstmals nachweislich erwähnt wird der Ort auf einer vom Juli 1008 datierten Urkunde, in der Heinrich II. die Übergabe des Ortes "Keminata" an das ein Jahr zuvor gegründete Bistum Bamberg bestätigt. Nach dieser Rechnung ist die ehemalige Kreisstadt also bereits mindestens 1007 Jahre alt - wahrscheinlich aber sogar älter.

Die ältesten Nachweise über die Anwesenheit von Menschen im Raum Kemnath reichen allerdings zurück bis in die mittlere Altsteinzeit (etwa 200 000 bis 50 000 vor Christus). Diese Werkzeuge aus Stein sind von Menschen der Neandertalergruppe gefertigt worden.

Die Arbeitsgruppe "Vor- und Frühgeschichte" des Heimatkundlichen Arbeits- und Förderkreises Kemnath und Umgebung (HAK) kann mit mittlerweile rund 50 Fundplätzen rund um Kemnath belegen, dass in allen Abschnitten der Steinzeit Menschen in der Region gejagt oder auch Ackerbau und Viehzucht betrieben haben.

Heinrichs "Keminata" - die Vorläufersiedlung Kemnaths - lag als Fernstraßenknotenpunkt etwa 700 Meter nordwestlich außerhalb der heutigen Stadt in der Flur Altenkemnath. Wer die Ortsherren von Kemnath im Hochmittelalter waren, ist nicht genau auszumachen. Vielfach werden die Grafen von Pettendorf-Lengenfeld-Hopfenohe genannt.

Seit dem zweiten Jahrzehnt des zwölften Jahrhunderts waren es die Leuchtenberger, die späteren Landgrafen, ab 1283 die bayerischen und ab 1329 die pfälzischen Wittelsbacher, bevor der Landstrich in den Jahren 1623 bis 1628 wieder unter die Herrschaft der bayerischen Wittelsbacher gelangte. Wegen der für die Marktanlage günstigeren Topographie verlegten wohl noch die Leuchtenberger die Ursiedlung "Keminata" auf die inselartige Bodenerhebung des heutigen Stadtplatzes. Zwischen 1354 und 1375 wurde Kemnath zur einzigen Stadt des damaligen Landrichteramtes Waldeck-Kemnath erhoben.

In der Barockzeit war die Kommune - wie schon einmal Mitte des 15. Jahrhunderts zur Zeit der Erbauung der spätgotischen Stadtpfarrkirche - ein regional bedeutendes Kunsthandwerkszentrum. Bekannt sind vor allem die Maler Sattler, Wild oder Weyh, Kunstschreiner Eckmann, Bildhauer Dorsch oder die Goldschmiede Zeillner, Mayer und Kutzer. Das Armaturenwerk Fortschau bei Kemnath war zwischen 1689 und 1801 die einzige größere Fabrikationsstätte für Handfeuerwaffen der bayerischen Armee.

Wertvolle Exponate aus dieser Zeit können heute im Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum in der Fronfeste, einem alten Gefängnis mit noch erhaltenen Zellen, Ketten und Holzpritschen, besichtigt werden. Dort beherbergt das Stadtarchiv auch Archivalien der Stadtgeschichte, die teils aus dem 14. Jahrhundert stammen.
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