Kindergartenleiterin aus Kemnather Land nach Klage wieder eingestellt
Nach Kündigung zurück im Job

Symbolbild: dpa
Vermischtes
Kemnath
22.09.2016
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Immenreuth. So schnell, wie die Leiterin des Kindergartens entlassen wurde, hat sie ihre Stelle zurückbekommen. Nachdem sie im Sommer vom Arbeitgeber, der Katholischen Pfarrkirchenstiftung und dem Gemeindepfarrer, die Kündigung erhalten hatte, zog sie vors Arbeitsgericht. Am heutigen Donnerstag ist die Verhandlung terminiert, doch schon seit 1. August hat die Frau ihren Posten zurück.

Ein Schlichtungsgericht der Diözese in Regensburg sprach sich für die Frau aus, die Kündigung sei nicht gerechtfertigt. Rechtlich bindende Entscheidungen kann die Institution nicht treffen. Dennoch wirkte sich der Termin positiv für die Klägerin aus. "Gleich nach dem Gespräch hat der Pfarrer die Kündigung zurückgenommen", berichtet die erleichterte Frau. Sie sei froh, ihren Arbeitsplatz nun wiederzuhaben, auch wenn für sie die Situation momentan nicht leicht sei.

Während bei diesem Gespräch beide Parteien - der Geistliche, Mitarbeiter der Kirche und deren Anwälte sowie die Entlassene - gemeinsam an einen Tisch saßen, findet die Gerichtsverhandlung am heutigen Donnerstag ohne die Beklagtenseite statt. Wie das zuständige Gericht informierte, habe diese schon angekündigt, nicht zu erscheinen. Mit dem Pfarrer - er wollte sich telefonisch nicht zur Situation äußern, eine Antwort auf die schriftliche Anfrage lag bis Mittwochabend nicht vor - habe sie trotz des Vorfalls keine Probleme. "Er ist ein guter Mensch." Wie sich die Zukunft für sie als Kindergartenleiterin entwickle, müsse man abwarten. Sicher sei aber, dass ab 1. Oktober ein Mitarbeiter der Regensburger Caritas die Geschäftsführung des Kindergartens übernehme. Bislang lag diese Aufgabe bei der Pfarrkirchenstiftung.

Für Aufsehen sorgten die Umstände der Entlassung: Die Leiterin war wegen einer Operation längere Zeit ausgefallen. An ihrem ersten Arbeitstag nach der Genesung fand sie auf ihrem Schreibtisch einen Zettel, dass die Stellvertreterin ab September ihre Position als Kindergartenleitung einnehmen wird. Nachdem sie mit dem Träger Kontakt aufgenommen hatte, wurde sie gefragt, ob sie denn kein Schreiben vom Anwalt bekommen habe. Letztendlich musste sie den Schlüssel abgeben und die Einrichtung verlassen. "Damit wäre ich schon die zweite Leiterin, die vorzeitig gehen muss", erklärte sie Richter Veit Zitzmann. Nicht einmal ihre persönlichen Sachen habe sie aus dem Kindergarten holen dürfen.

VorwürfeBeide Parteien hatten bereits bei einem Gütetermin vor dem Arbeitsgericht die Chance, sich zu einigen: Rechtsanwalt Thomas Brenner erklärte damals für den Arbeitgeber, die Entlassung sei weder unberechtigt noch überraschend gewesen. Mehrere Mitarbeiter mit spezieller Zusatzausbildung hätten gedroht, den Kindergarten zu verlassen, falls die Leiterin nicht geht. Brenner sprach zudem von Fehlern bei der Abrechnung und bei der Umsetzung bestimmter Vorgaben. Es hätte zwar keine schriftliche, aber mehrere mündliche Abmahnungen gegeben: In verschiedenen Besprechungen seien der Leiterin die Probleme mitgeteilt worden. Die Klägerin sah das anders: Sie habe keine mündliche Abmahnung bekommen. Weil Klägerin und Beklagte zu keinem Ergebnis kamen, legte der Richter die Verhandlung am 22. September fest. Diese beginnt um 8.45 Uhr, das Ergebnis steht aber wohl schon fest. (esm)


Er ist ein guter Mensch.Kindergartenleiterin über den Gemeindepfarrer
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