Kroatienhilfe unterstützt Waisen- und Altenheime in Bosnien
7500 Euro nur ein kleiner Tropfen

Mit insgesamt 2500 Euro unterstützten Klaus Fiebig und Richard Pscherer (rechts und Dritter von rechts) das von Ivona Kraljic (Zweite von rechts) geleitete Altenheim in der Stadt Capljina. Zur Spendenübergabe war unter anderem auch der Kontaktmann der Kemnather, Ivan Ivankovic (links) gekommen. Bild: jzk
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Kemnath
18.04.2016
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Es war sozusagen der Hilfstransport 203,5 der Kroatienhilfe. Lastzug Nummer 203 hatte sie erst kurz vor Ostern nach Bosnien geschickt. Nun setzten sich Richard Pscherer, Bernhard Krannich und Klaus Fiebig selbst ins Auto - im Gepäck 7500 Euro. Sie wollten sehen, was ihre bisherige Arbeit bewirkt hat und wo noch Spenden benötigt werden.

Zuerst steuerten die drei Kemnather das Altenheim in Vitez in Mittelbosnien an. Bei dessen Bau vor zehn Jahren hatte die Kroatienhilfe mitgeholfen, zum Teil durch Finanzmittel, aber auch durch Baumaterial. Die von Schwestern des Ordens "Dienerinnen vom Kinde Jesu" betriebene Einrichtung hat derzeit etwa 100 Bewohner.

Da es kaum Hilfe vom Staat gibt, klagen die Schwestern vor allem über die finanziellen Bedingungen. Diese Sorgen konnten die Kemnather mit 1000 Euro zumindest etwas lindern. Von diesem Geld sollen vor allem Hygieneartikel und Pflegematerial gekauft werden.

Die Ordensfrauen sind zudem für das Kinder- und Waisenheim "Egipat" in Sarajevo zuständig. Dort leben neben Waisen auch Mädchen und Buben, deren Eltern nicht in der Lage sind, sie aufzuziehen. Viele von ihnen kennen die Oberpfälzer schon seit Jahren. In diesem Jahr hatten diese bereits Lebensmittel und Hygieneartikel für fast 2000 Euro besorgt. Natürlich durften auch Süßigkeiten nicht fehlen. "Für die Ordensschwestern und die Kinder ist jedes Mal Weihnachten, wenn wir kommen und Hilfe bringen", berichtet Pscherer von seinen Eindrücken. "Wir kennen das Haus noch aus den 1990er-Jahren als Ruine. Wir haben mit geholfen, es wieder aufzubauen, und sehen mit Freude, dass es den Kindern gut geht", fügt Krannich an.

Mit Fiebig besuchten beide auch das Behindertenheim "Sveta Obitelj" in Mostar. Die zum Teil schwerstbehinderten und pflegebedürftigen Menschen unterstützt die Kroatienhilfe ebenfalls seit Jahren. Auch dieses Mal waren die Kemnather nicht mit leeren Händen gekommen. Die 2000 Euro sind gedacht für Lebens- und Desinfektionsmittel, Sanitätsmaterial, Windeln für Erwachsene, Einmalhandschuhe und dergleichen. Die Hälfte des Geldes steuerte die Kemnather Firma Wolf bei. Sie hatte auf Weihnachtsgeschenke für die Kunden verzichtet.

Renten reichen nicht


Vierte und letzte Station war die südbosnische Stadt Capljina. Über 100 Lastzüge mit Hilfsgütern hat die Kroatienhilfe bislang dorthin entsandt. Immer noch zu wenig für die Stadt, in der etwa 2500 Flüchtlingsfamilien neu angesiedelt wurden. Zwei von ihnen sowie ebenfalls das hiesige Altenheim suchte das Kemnather Trio auf. "Die geringen Renten der Bewohner reichen hinten und vorne nicht." Sie sind auf fremde Hilfe angewiesen, entweder durch die Pfarrei oder aus dem Ausland, weiß Fiebig. Er und seine Mitfahrer beschlossen, den Bewohnern für acht Wochen das Abendessen zu finanzieren. 2000 Euro waren dafür nötig. Der Kontaktmann der Kemnather, Ivan Ivankovic, der Vorsitzende des Wohltätigkeitsvereins Drazan Dule und die Leiterin des Altenheimes verwalten die Spenden. Zusätzlich bekamen die Verantwortlichen 500 Euro zum Kauf von Windeln. "Auch in Zukunft werden wir unser Hauptaugenmerk darauf legen, Unterstützung und Hilfe für diese vier Heime zu organisieren", kündigt Fiebig an.

Zum Ende der Fahrt gönnten sich die drei Kemnather noch einen Tag Ruhe und Einkehr im Wallfahrtsort Medjugorje. Danach traten sie die 1200 Kilometer lange Rückreise an.

Insgesamt haben die Kemnather bei dieser Fahrt 7 500 Euro an Hilfe an die vier Heime gegeben. Alles finanziert wie immer durch Spenden.

SpendenkontoWer die Arbeit der Kroatienhilfe des Katholischen Frauenbundes unterstützen will, kann dies am besten mit einer Geldspende auf ihr Konto bei der Sparkasse Oberpfalz-Nord, IBAN DE30 7535 0000 0000 0073 77. Bei Angabe der vollen Adresse gibt es auf Wunsch eine Spendenquittung. (jzk)
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