Leben als Christ
„Frömmigkeit ist Herzenssache“

Pater Jakob Seitz erhielt von Rita Ponnath nach seinem Vortrag einen Korb mit Fairtrade-Waren. Bild: bur
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Kemnath
28.04.2016
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Wie lässt sich heute noch als christlicher Mensch leben? Pater Dr. Jakob Seitz aus Windberg sprach im Kemnather Pfarrheim zu diesem Thema. Der geistlichen Beirat des Diözesanverbands des Katholischen Frauenbundes gab dabei Antworten auf ganz praktische Fragen: Wie wichtig ist es, am Sonntag in den Gottesdienst zu gehen?

Die Freude sei der Kern des christlichen Lebens. Auch Jesus sei dem Leben zugewandt gewesen und habe gerne gefeiert, begann Seitz. Er hatte ein Herz mitgebracht und teilte es in drei Bereiche: "Ich selbst", "Umwelt und Mitmenschen betreffend" und "Gott, der uns nährt". Das Verhältnis müsse ausgewogen sein. "Freude teilen, beginnt bei uns selbst, bei unserer Einstellung zum Leben, wir müssen uns mit unseren Bedürfnissen spüren", so Pater Jakob weiter.

"Viele Fragen der Religion haben mit dem Wort ,Muss' zu tun." Einst habe die Kirche viel mit Angst gearbeitet. Das habe sie geprägt und sie sei auch in diesem Bereich Kind einer Leistungsgesellschaft geworden. Man bekomme einen gewissen Lohn für seine Arbeit. Das sei aber nicht die Logik Gottes, seine Barmherzigkeit richte sich nicht nach unseren Maßstäben, "seine Liebe ist uns auf jeden Fall zugesagt". Auch der Kirchenbesuch sollte nicht als ein Muss angesehen werden.

Der Referent bezog sich bei seinen Ausführungen auf Franz von Sales. Dieser schrieb vor 450 Jahren, was ein frommer Mensch tun muss: "Frömmigkeit ist Herzenssache", man brauche eine innere Haltung, die mit dem Tun übereinstimmen müsse. "Es gibt für jeden Menschen eine eigene Frömmigkeit. Es gibt so viele Frömmigkeiten wie Berufe."

Am Ende zog Pater Jakob ein Fazit: "Wenn wir die Freude mit unseren Mitmenschen teilen wollen, ist eine dreifache Entdeckung wichtig: Ich kann mehr, als ich meine. Ich bedeute anderen mehr, als ich vermute, und ich vermag Großes, weil Gott mich stark macht." Rita Ponnath als Vertreterin des Vorstands bedankte sich bei dem Referenten mit einem Korb voller Fairtrade-Produkte.
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