Leben und Sterben im Weiher
Kreisfischereiverein spürt Folgen des Klimawandels

Der neue Vorstand für die nächsten drei Jahre (von links) Kassier Kurt Schmidt, Stellvertreter Werner Fuchs, die Beisitzer Matthias Völkl, Markus Hörl und Jörg Würstl, alter und neuer Vorsitzender Thomas Götz sowie die Beisitzer Jürgen Schlesak und Markus Kratzert. Nicht im Bild: Stellvertreter Robert Spies, Schriftführer Klaus Klenk sowie Kassenprüfer Günther Fenzl und Reinhold Sieber. Bild: ak
Vermischtes
Kemnath
08.01.2016
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Ausgezeichnet bestückte Fischgründe, steigende Mitgliederzahlen beim Kreisfischereiverein. Doch der Fischbesatz hatte 2015 massiv mit den Auswirkungen des Klimawandels zu kämpfen, die das Plus in der Vereinskasse auffraßen.

Eine stolze Leistungsbilanz zu den Aktivitäten des Kreisfischereivereins (KFV) aber auch negative Nachrichten zum Thema Algenexplosion in den vereinseigenen Gewässern hörten die Vereinsmitglieder bei der Jahreshauptversammlung. Brechend voll war das Gasthaus "Zur Fantasie", als Vorsitzender Thomas Götz die Mitglieder sowie Bürgermeister Werner Nickl willkommen hieß. Nach einer Gedenkminute für die verstorbenen Mitglieder verlas Jörg Würstl ging es zu den Zahlen.

289 Mitglieder


Dem Verein gehören aktuell 289 Mitglieder an. Davon sind 261 Erwachsene und 28 Jugendliche bei rund 100 aktiven Anglern. Der Verein wuchs um 16 neue Mitglieder. Das Vereinsjahr begann mangels Frostperiode mit einer erneuten Absage des Eisfischens und dem Besatz von Bachforellen im Januar. 75 Hechte zogen die Teilnehmer des Raubfischangelns Ende April aus dem Fischgewässer.

Teure Algenplage


Laut Kassenbericht von Kurt Schmidt waren die Hauptausgabeposten der mit 9500 Euro teure Fischbesatz und 4500 Euro für die Bekämpfung der Algenplage (siehe Infokasten) . Aufgrund verschiedener Vorkommnisse mit Tageskartenanglern wurde der Verkauf Mitte Juni eingestellt.

Anfang Mai beteiligte sich der Verein mit dem Fischangebot geräucherter Forellen bei "Kemnath blüht auf" und des zehnjährigen Bestehens des Kemnather Karpfenweges. Die beim Königsfischen geangelten Exemplare wurden beim Fischerfest am Eisweiher Mitte Juli feilgeboten. Im Rahmen des Ferienprogramms waren 15 Kinder zum Schnupperangeln an die städtische Kiesgrube eingeladen. Das Freundschaftsangeln mit den Nachbarvereinen Ebnath, Immenreuth und Neusorg fand Anfang September statt.

Im Oktober wurde bei drei Arbeitseinsätzen der Parkplatz am Wilhelm-Markgraf-See angelegt, Strauchwerk beseitigt und die Gehwegbrücke als zweiter Zugang fertiggestellt. Im Spätherbst erfolgte der Fischbesatz und Holzarbeiten an den vereinseigenen Gewässern.

Einkaufswagen im Bach


Götz berichtete, dass durch den Fischereiaufseher Helmut Wolf 30 Kontrollen von Anglern erfolgten. Dabei wurden vier Platzverweise ausgesprochen. Zwei Gewässerverschmutzungen durch Ziegelstaub und einen in den Bach geworfenen Einkaufswagen wurden festgestellt.

Zum Thema Jugendarbeit betonte Götz, dass diese unter der Führung von Jörg Würstl wieder 2016 mit einem eigenen Programm belebt wird.

Fischsterben und Grünalgen: Folgen des KlimawandelsKemnath. (ak) "Das Jahr 2015 war ein Kampf zur Rettung unseres Fischbesatzes und gegen die Grünalgen, den wir gerade noch so mit leichten Verlusten gewonnen haben", berichtete der Vereinsvorsitzende Thomas Götz.

Ab dem Frühjahr wurden bereits regelmäßig Gewässerproben zur Feststellung der Gewässergüte und des Algenwachstums gezogen, zudem ein Anfütterungsverbot erlassen. Durch den extrem heißen und niederschlagsarmen Sommer explodierte das Algenwachstum, ein Fischsterben drohte. Hauptsächlich Zander verendeten.

Der Sauerstoffgehalt des Fischwassers wurde durch Lufteintrag und Wasserpumpen erhöht, das Wasserwirtschaftsamt zu Rate gezogen. Die Freiwillige Feuerwehr war mit Löschwasserpumpen am Wilhelm-Markgraf-See im Einsatz. Zudem erhielt der Verein die Erlaubnis Bachwasser in den See zu pumpen. Damit konnte zunächst Schlimmeres verhindert werden. Aber bereits vier Wochen später bahnte sich das nächste Fischsterben an.

Erstmals kam ein rein mineralisches und ökologisch unbedenkliches Gegenmittel namens Schlixx zum Einsatz. Dadurch konnte der Schlamm verfestigt, um die Hälfte vermindert und die bedrohliche Lage zum Fischsterben gebannt werden. Der Einsatz des Mittels kostete dem Verein rund 4500 Euro.
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