Maibaumklau
Für Brennholz keine 80 Liter Bier und keine 50 Paar Weißwürste

Die Feuerwehr stellte wie gehabt am Samstag den Maibaum auf, trotz der Weigerung von Bürgermeister Werner Nickl, eine Ablöse zu zahlen. Die Maibaumdiebe hatten schlicht und einfach den falschen Stamm mitgenommen. Bild: mde
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Kemnath
02.05.2016
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Im Prinzip lief der Coup der Maibaumdiebe in der Nacht auf Samstag wie geplant ab. Und so gehörte der Stamm, der auf dem Außengelände des Bauhofes lagerte, am Ende ihnen. Doch ein entscheidendes Detail hatten sie bei ihrer Aktion übersehen.

Darüber klärte sie am Samstagvormittag Bürgermeister Werner Nickl auf. Gegen 10 Uhr habe er den Anruf erhalten, dass der Maibaum gestohlen worden sei, berichtete er am Abend bei seiner Ansprache zum Maibaumfest. Die rund 30 jugendlichen Diebe forderten 80 Liter Bier, 30 Liter Spezi, 50 Paar Weißwürste und einen Eimer Senf als Auslöse. Doch der Rathauschef konnte die Forderung nur ablehnen. Die Diebe hatten schlichtweg den falschen Stamm mitgenommen. Dieser wurde im Winter geschlagen. Doch beim Schälen der Rinde zeigte sich ein Riss. Aus Sicherheitsgründen musste vor einigen Wochen ein neuer beschafft werden. Bauhofmitarbeiter und Stadtförster fällten ihn im städtischen Wald "Grabenleite" zwischen Kemnath und Schönreuth. "Erst bekam ich einen Schock. Nach kurzer Nachforschung mit den Verantwortlichen des Bauhofes und der Feuerwehr war ich mir dann 100 Prozent sicher, dass es der beschädigte Maibaum ist." Er habe den Dieben gesagt, dass sie Brennholz und keinen Maibaum gestohlen hätten. Für 50 Euro an die Stadtkasse dürften sie das Diebesgut behalten.

Den richtigen 22 Meter hohen Maibaum mit erneuerten Zunftzeichen zogen die Kemnather Floriansjünger mit dem Bagger der Firma Erdbau Zeitler in die Senkrechte. Zuvor hatten die Brandschützer die Kränze, die Spitze und den Stamm im Konvoi zum Stadtplatz gebracht. Zahlreiche Bürger beobachteten das Spektakel. Für das leibliche Wohl sorgte die Feuerwehr Kötzersdorf, mit Steaks und Bratwürsten sowie Getränken der Klosterbrauerei Kemnath. Um vor etwaigen Vorfällen in Zukunft gewappnet zu sein, überlegten die Aufsteller, ob der Baum nicht erst am Tag des Aufstellens gefällt werden sollte.
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