Matthias Matuschik in der Kemnather Mehrzweckhalle
Gelungene Lästereien

Matthias Matuschik sorgte mit seinen Lästereien für gute Unterhaltung in der Kemnather Mehrzweckhalle. Bild: stg
Vermischtes
Kemnath
22.03.2016
161
0
 
Matthias Matuschik sorgte mit seinen Lästereien für gute Unterhaltung in der Kemnather Mehrzweckhalle. Bild: stg

Thermomix, Ursula von der Leyen und erschöpfte Hummeln: Mit seinem Programm "Entartete Gunst" überzeugt Comedian und Moderator Matthias Matuschik in der Kemnather Mehrzweckhalle. Und er präsentiert sich als Oberpfälzer durch und durch.

"Ich bin einer von euch" - und auf seine Oberpfälzer könne er sich einfach verlassen, stellt Matthias Matuschik am Freitagabend in der Mehrzweckhalle fest. Denn da würde man gleich feststellen, ob ihnen etwas gefalle. "Das ist in Niederbayern ganz anders: Die finden das vielleicht auch saulustig, aber die lassen es sich nicht anmerken." Der gebürtige Weidener lässt an diesem Abend mehrmals seine Wurzeln durchblicken und erzählt im authentischsten Oberpfälzisch auf der Bühne.

Gegen Rassismus


Eingeladen zu dem Comedy-Abend haben der Förderverein der Realschule Kemnath in Zusammenarbeit mit der Schülermitverantwortung. Der Erlös des Abends kommt Projekten der Aktion "Schule ohne Rassismus" zu Gute, dessen Pate Matuschik ist. Dieser bleibt lange bei der Oberpfalz. Dort, wo die Menschen leben, die resistent sind gegen Strahlen und 40 Grad minus. Und man dann in München nur etwas mitbekomme, wenn es in Weiden eine ALDI-Schlägerei um eine Thermomix-Nachbildung gebe. Überhaupt der Thermomix: Den Hype um das Gerät versteht Matuschik ja überhaupt nicht. "1400 Euro für den neuen Thermomix haben, aber kein Geld für Flüchtlinge", ereifert sich der Comedian.

Jener Thermomix, der den Dildo-, Kerzen- und Tupperware-Abenden das Wasser abgrabe, der dafür sorge, dass Männer wegen Thermomix-Vorführungen der Frauen ganze Abende nicht mehr zu Hause verbringen können.

Vegan wie Lego


Für Anhänger des veganen Essens ("Vegan ist der japanische Ausdruck für 'Zu blöd fürs Jagen'") hat er den Tipp parat, sich doch neue Formen für die Nahrungsmittel auszudenken. "Warum müssen Dinge, die keine Bratwürste sind und von Veganern verachtet werden, aussehen wie Bratwürste?". Er empfiehlt, veganes Essen in Form von Lego-Steinen zu entwickeln, schließlich schmecke es ja auch so.

Matuschik schwadroniert weiter über seine Facebook-Freunde, die sich um erschöpfte Hummeln kümmern und stets einen Energiedrink für die Tiere dabei haben. Er ereifert sich darüber, dass viele Lebensmittel mittlerweile zwar den Zusatz "halal" haben, aber der Verbraucher immer noch nicht erfahre, was eigentlich drin sei. "Wenn Bio draufsteht, dann weiß ich eben, dass da die Rinder und die Schweine selber zum Metzger kommen", spottet Matuschik.

Er lästert über BMW-Dreizylindermotoren und Fußgänger-Airbags, für die Geld ausgegeben werde. "Aber für Flüchtlinge ist kein Geld da". Aber klar, die würden ja auch nur nach Deutschland kommen, um Frauen zu begrapschen und Kinder aufzuessen.

Die Politiker nimmt Matuschik ebenfalls aufs Korn: Natürlich den Bayerischen Ministerpräsidenten ("Jeder Tag, an dem Horst Seehofer Angst hat, ist ein guter Tag"), in besonderem Maße aber Ursula von der Leyen, jenes "Zwischenwesen", das offensichtlich alles könne ("Im HD-Fernsehen sieht man es besonders gut: Das ist kein Flaum an der Oberlippe, sondern Stacheldraht!"). Nach guten zwei Stunden mit guter Unterhaltung gibt es den verdienten Applaus: Und es bleibt die Gewissheit, dass sich die Realschule den richtigen "Paten" ausgesucht hat.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.