Michael Ponnath weist Vorwurf der Gewerkschaft zurück
Betriebsratswahl zu Babel

Vermischtes
Kemnath
01.03.2016
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Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) spricht von einem Boykott. Für Unternehmenschef Michael Ponnath ist das Problem dagegen von den Arbeitnehmervertretern "hausgemacht". Die geplante Wahl eines Betriebsrats bei der Firma Ponnath - Die Meistermetzger hat für Unruhe gesorgt.

Das war so von der NGG nicht vorgesehen: In der Vorwoche hatte sich Michael Grundl noch optimistisch gezeigt, dass die für Samstag, 5. März, in Immenreuth vorgesehene Wahl eines Wahlvorstandes ohne "Störfeuer" abläuft. Inzwischen ist der NGG-Geschäftsführer für die Region Oberfranken jedoch nicht mehr so zuversichtlich. Am Dienstag verteilten seine Kollegen Jan Körper und Dirk Stockfisch erneut Flugblätter an die Beschäftigten. Am Donnerstag hatten sie so die Mitarbeiter des Kemnather Stammwerkes zur Wahl eingeladen. Bei ihrem zweiten Einsatz jedoch ging es darum, Gerüchten entgegenzutreten, der Termin solle entfallen.

"Bedenkliche Störmanöver"


"Es gibt Störmanöver im Betrieb, die sehr bedenklich sind", berichtet Grundl. Laut dem Gewerkschafter sollen Vorgesetzte und auch Beschäftigte in den vergangenen Tagen versucht haben, den Wahlaufruf zu torpedieren. In der Geschäftsstelle in Bayreuth seien dazu viele Anrufe und E-Mails eingegangen. Mit seinen Vorwürfen geht der Gewerkschafter noch einen Schritt weiter: Es sei "ungut, Leuten so Angst zu machen und mit Unterschriftenlisten Unsicherheit zu schüren". Er hoffe aber, dass die Geschäftsführung nach der Aktion am Dienstag "die Wahlen mit dem richtigen Händchen begleitet" und sich die "Verantwortlichen zur Brust nimmt".

Hier sieht Grundl Michael Ponnath in der Pflicht: Er sei verantwortlich für das, was in seinem Betrieb passiere. Die NGG werde jedenfalls jeden, der die Wahlen negativ beeinflusse oder behindere, anzeigen: "Wir sind da unnachgiebig." Trotz allem würde es Grundl bedauern, wenn es in eine "verschärfte Auseinandersetzung" gehen würde. "Das kostet nur Kraft und zermürbt, und am Ende hat keiner was."

"Wir boykottieren gar nichts", weist Michael Ponnath auf Nachfrage die Vorwürfe vehement zurück. Er bestätigte aber eine "Riesenaufregung" in den vergangenen Tagen. Schuld daran ist seiner Meinung jedoch die NGG selbst. So seien die in der Vorwoche verteilten Flugblätter nur ins Tschechische übersetzt worden. "Wir haben aber 16 Nationen im Haus." Die betroffenen Mitarbeiter "haben die Welt nicht mehr verstanden". Sie seien davon ausgegangen, dass am Samstag nur Deutsche und Tschechen wählen dürften.

Liste von Mitarbeitern selbst


Daraufhin haben diese Mitarbeiter laut Ponnath selbst eine "relativ lange" Unterschriftenliste erstellt, um klarzumachen, dass "sie an der Wahl teilnehmen wollen". Die Geschäftsführung habe damit nichts zu tun, stellt der Chef nochmals klar. Die Gewerkschaft habe mit ihrem ersten Flugblatt selbst für Unruhe gesorgt, "und so ist die Gegenstimmung entstanden". Der Termin am Samstag werde stattfinden, soviel sei ihm bekannt.
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