Nachwuchs für die Feuerwehr
Er hat gerade gefehlt

Lukas Kastner ist seit sieben Jahren der erste Jugendliche, den die Feuerwehr Zwergau aufgenommen hat. Bild: hfz
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Kemnath
11.03.2016
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Zur Feuerwehr gehen ist Tradition: Der Meinung ist Lukas Kastner. Der 13-Jährige aus Behringersreuth ist nach sieben Jahren der erste Jugendliche, den die Zwergauer Feuerwehr als aktives Mitglied aufnimmt. Die Wehren müssen heute um ihren Nachwuchs fast noch mehr kämpfen als gegen manches Feuer.

Zwergau/Behringersreuth. (pzaf) Bei Einsätzen darf er noch nicht mitmachen. "Aber bei den Übungen bin ich dabei", sagt Lukas. Seit ungefähr drei Wochen ist er bei der Wehr und es macht ihm sehr viel Spaß. Warum er sich dazu entschlossen hat, zu den Zwergauer Brandschützern zu gehen? "Die Feuerwehr braucht ja immer jemanden", meint der 13-Jährige. Da stellt er sich gerne zur Verfügung. Außerdem ist auch sein Vater bei der Zwergauer Feuerwehr.

Einfach keiner da


Was vor einem Jahrzehnt normal war, lässt die Verantwortlichen der Wehr heute fast schon jubeln: Vor sieben Jahren haben die Zwergauer zum letzten Mal einen Jugendlichen aufgenommen. "Es hat in den letzten Jahren in Zwergau niemand in der Altersklasse gegeben", erklärt Vorsitzender Norbert Wurm. Es sei nicht so, dass niemand Lust gehabt hätte, zur Feuerwehr zu gehen. "Es war schlicht und einfach keiner da".

Dennoch war Jugendwart Martin Lorenz in der Zeit nicht arbeitslos. Seit circa drei Jahren gibt es eine "provisorische" Kinderfeuerwehr, die fünf Kinder ab sechs Jahren zählt. "Im September kommen zwei dazu", sagt Lorenz. Aufgrund der fehlenden Jugend hat er die Zeit gewissermaßen mit der Arbeit bei der Kinderfeuerwehr aufgefüllt. Dabei werden regelmäßig Familientage veranstaltet, Spiele gespielt und den Kindern die Aufgaben der Feuerwehr näher gebracht. Aktive Mitglieder werden dürfen sie erst, wenn sie zwölf Jahre alt sind. Bis dahin soll die Begeisterung für die Wehr bei den Kleinen möglichst schon fest verankert sein.

Früh anfangen


"Die Kinderfeuerwehr soll bald nicht mehr provisorisch sein", sagt Vorsitzender Wurm. In der nächsten Sitzung zu Ostern wäre das ein zentraler Punkt. Spätestens in der nächsten Jahreshauptversammlung soll die Kinderfeuerwehr offiziell beschlossen werden und es soll eine Satzung geben. Lukas Kastner lernt in der Jugendfeuerwehr schon die technische Ausbildung. "Die jungen Leute lernen, Gefahrensituationen einzuschätzen und auch alles andere, was im aktiven Dienst auf sie zukommt", erzählt Jugendwart Lorenz. Neben der Theorie sei aber genug Zeit für Spieleabende und Aktivitäten, die nicht mit der Feuerwehr zu tun haben, damit der Spaß auch nicht zu kurz kommt "und die Jugendlichen auch was anderes sehen".

Ein Drittel des Nachwuchs weiblichDie Feuerwehr Zwergau zählt zum Bezirk West der Tirschenreuther Kreisfeuerwehr. Aktuell gibt es hier 27 Ortsfeuerwehren, die auch eine Jugendfeuerwehr unterhalten. Diese zählen 160 Jugendliche, davon 56 weiblich. "Dabei kommen durchschnittlich 6 Jugendliche auf jede Feuerwehr", sagt Kreisbrandinspektor Otto Braunreuther.

Der Trend der vergangenen Jahre sei eindeutig: Die Jugendlichen bei den Brandschützern werden immer weniger. "Allerdings ist das für die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren derzeit noch nicht so dramatisch", erzählt Braunreuther. Für die Zukunft wollen die Feuerwehren vor allem durch Kinderfeuerwehren dem Trend entgegenarbeiten. Sie sollen die Jugend möglichst früh für die Wehren begeistern und allgemein für mehr Mitglieder sorgen. "Das ist auf jeden Fall eine gute Sache. Man kann zu den Kindern früh Verbindung aufbauen".

Wenn das so weiter gehe und man weiterhin so viele Kinder für die Feuerwehren begeistern könne, sei das eine gute Chance. Derzeit gibt es im Bezirk West sieben Kinderfeuerwehren mit 70 Kindern, darunter die seit knapp zwei Wochen bestehenden "Feuerdrachen" der Wehren Immenreuth und Punreuth. (pzaf)
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