Nutzpflanzen auf dem Schirm

Erst im September wird der schärfste Chili der Welt reif sein. Die jungen Schoten wollten die Landräte Hermann Hübner und Wolfgang Lippert (von links) vorsichtshalber trotzdem nicht probieren. Bild: bkr
Vermischtes
Kemnath
06.07.2016
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Um die schärfste Chili der Welt machten die beiden Landräte Wolfgang Lippert und Hermann Hübner auf der Landesgartenschau einen großen Bogen. Die gute Zusammenarbeit zwischen der Oberpfalz und Oberfranken rief dagegen deutlich mehr Begeisterung hervor.

Tirschenreuth/Bayreuth. Einen kräftigen Händedruck und das Bekenntnis zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit schenkten sich am Montag die Landräte Wolfgang Lippert und Hermann Hübner. Sie trafen sich auf der Landesgartenschau in Bayreuth am Stand des Tirschenreuther Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege. Wolfgang Lippert - Vorsitzender des Kreisverbandes - sprach seine Freude darüber aus, dass das Projekt "Biodiversität - Pflanzenvielfalt erhalten" gut angekommen sei. Es regt zur Rückbesinnung auf die Natur an, die zunehmend in Vergessenheit gerät, und weckt das Interesse der Bürger für die Thematik.

Die Landesgartenschau bietet eine tolle Chance für andere Landkreise, sich grenzüberschreitend zu beteiligen. Die Oberpfalz sei dabei gerne gesehen und nutze diese Gelegenheit, meinte der Bayreuther Landrat Hübner. Die Landesgartenschau genießt in der Bevölkerung große Beliebtheit. Der Besucher wird durch verschiedene Themenbereiche geführt, die vom Ziergarten bis zur Erholungs-Oase reichen. Der Garten erfährt hier seine Bedeutung, einen gesunden Lebensmittelpunkt zu erzeugen.

Alte Sorten verdrängt


Harald Schlöger, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landschaftspflege beim Landratsamt Tirschenreuth, machte auf die Verarmung bei den Nutzpflanzen aufmerksam. Schuld sei ein Konzentrationsprozess in der Landwirtschaft, der alte Sorten verdränge und Samen nur noch ertragsorientiert produziere, die nicht mehr nachgezüchtet und weiter verwendet werden können. Auch strenge Reglementierungen der EU tragen zu dieser Entwicklung bei. Aufgabe des Info-Standes sei es, auf diesen Prozess aufmerksam zu machen. "Hochleistungssorten braucht man im Garten nicht. Ein Salatkopf muss nicht so aussehen wie der andere. Samenechte Sorten sind wichtig", betonte Schlöger.

Auch der Tourismusverband Nördlicher Oberpfälzer Wald war in Bayreuth vertreten, um für die Oberpfälzer Region zu werben. Beide Verbände teilen sich während der Ausstellungswochen ein Häuschen im "Grünen Quartett". Leiterin des Verbandes Stephanie Wenisch sagte, die Zusammenarbeit habe sich schon 2006 bei der Landesgartenschau in Marktredwitz bewährt. Das Angebot von Harald Schlöger wurde gerne angenommen.

Chili steht auf dem Plan


Die Artenvielfalt alter Sorten bewunderten nicht allein die beiden Landräte, die sich verständlicherweise weigerten, eine der noch jungen Schoten des schärfsten Chili der Welt zu probieren. Chili und Co. stehen in der zweiten Ausstellungswoche vom 8. bis 14 September auf dem Programm.

Die gute Zusammenarbeit der Obst- und Gartenbauvereine bekundeten am Montag zudem Bayreuths Kreisfachberater Hubertus Adam und der Kreisvorsitzende Günter Dörfler mit ihren Besuch. Den Stand am Montag betreute der Obst- und Gartenbauverein Waldershof mit der Vorsitzenden Ursula Schimmel.
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