Peter Prechtl aus Kemnath absolviert Freiwilliges Soziales Jahr bei der SpVgg Bayreuth
Trainerschein als Nebeneffekt

Zu Peter Prechtls Aufgaben bei den D 3-Junioren gehörte nicht nur die Leitung des Trainings. Im Zuge des Projekts "Tor zur Welt" besuchte er mit ihnen unter anderem auch das "Altstadtkult"-Museum.
Vermischtes
Kemnath
25.08.2016
318
0
 
Demnächst endet Peter Prechtls Freiwilliges Soziales Jahr bei der SpVgg Bayreuth. Bei den Verantwortlichen hat seine Arbeit so großen Eindruck hinterlassen, dass sie den Meistertrainer mit der Betreuung der D2-Junioren betraut haben. Bilder: hfz (2)

Das Abi bestanden - und was dann? Vor dieser Frage steht Peter Prechtl, nachdem er das Eschenbacher Gymnasium absolviert hat. Für den Kemnather ergibt sich aber schnell eine Lösung. Inzwischen hat er viele Erfahrungen gesammelt und auch dank des Nationalcoachs der Skisprung-Damen den Fußballtrainerschein in der Tasche.

Eigentlich stand für ihn fest, dass er studieren wollte. Lediglich über die Fachrichtung war sich Prechtl im vergangenen Jahr noch nicht im Klaren. Da habe sich ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) angeboten. Dass er dabei bei der SpVgg Bayreuth landen würde, habe sich "relativ zügig" ergeben. Den Verein entdeckte der langjährige Fußballer des SVSW Kemnath im Internet bei den möglichen Einsatzstellen in Bayern. Vater Stefan und einer seiner Arbeitskollegen seien bei der SpVgg involviert und hätten den Kontakt hergestellt.

"Entspannte Leute"


Trotzdem ging es nicht ohne Bewerbungsgespräch. Bereits das "ganz lockere" Treffen beeindruckte den Oberpfälzer: "Die Leute sind hier sehr entspannt." Noch wichtiger war, dass ihm die beschriebenen Tätigkeiten am Förderleistungszentrum der "Altstadt" interessiert haben. So sei bei einem FSJ vorgeschrieben, eine bestimmte Zeit mit Kindern zu verbringen und ein Projekt zu betreuen.

Die Chemie zwischen beiden Seiten hat offenbar gestimmt, denn rund drei Wochen später erhielt Prechtl die Zusage. "Wenn die SpVgg ruft, dann wird keiner Nein sagen", weshalb er sich am 24. August in Bayreuth meldete. "Gleich am ersten Tag war ein Heimspiel gegen den FC Bayern München II", erinnert sich der Kemnather. In der Folgezeit betreute er mit Marc Reinhardt die Geschäftsstelle auf der Jakobshöhe. Zu seinen Aufgaben gehörten unter anderem die Koordination der Mannschaften, Organisation des Trainingsbetriebs sowie Pass-Angelegenheiten.

Nach etwa zwei Monaten wurde dem 19-Jährigen das Projekt "Tor zur Welt" angetragen, dass er mit Xhavit Mustafa leitete. Zusammen betreuten und coachten sie dabei Kinder mit Migrationshintergrund. Zu ihren Aufgaben gehörten zudem kulturfördernde Maßnahmen. So besuchten sie mit ihrer Gruppe das Altstadt Kult-Museum über die Geschichte der SpVgg Bayreuth und das U21-Länderspiel zwischen Deutschland und Österreich.

Allerdings war für das Projekt, das auf einer Idee von Bayreuther Studenten basiert, auch einiges an Papierarbeit zu leisten. Um eine Förderung vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie der Stadt Bayreuth zu erhalten, mussten Prechtl und Mustafa ein Projektheft und eine Powerpoint-Präsentation erstellen sowie ihr Vorhaben beim Begleitausschuss des Landkreises vorstellen.

"Da es in Bayreuth viele türkischstämmige Kinder gibt, die nicht so gut Deutsch können, sind auch Deutschkurse abgehalten worden", berichtet Prechtl. Eine Dozentin der Volkshochschule habe einen Kurs für Viertklässler gegeben, den auch deutsche Mädchen und Buben besucht haben, damit sie den Übertritt schafften. Ein weiterer sei für Erst- bis Drittklässler abgehalten worden, die kaum Deutsch sprachen.

Das zweite Standbein des Kemnathers bei der SpVgg war ab September 2015 die Arbeit als Trainer der damals neu gegründeten D3-Junioren, bei denen auch einige seiner Projektkinder mitkicken. Gleich in der ersten Saison führte der Enkel des ehemaligen Kemnather Bürgermeisters die zwölf Jungs zur Meisterschaft in der Kreisgruppe. Das dafür nötige Wissen holte er sich in der Sportschule Oberhaching. Jeweils eine Woche Ausbildung absolvierte der 19-Jährige dort im Januar, März und Juli diesen Jahres.

Jüngster Teilnehmer


Im Vormonat legte er auch die mehrteilige Prüfung zum B-Lizenz-Trainer ab. Dabei war er mit damals noch 18 Jahren der jüngste Teilnehmer. Die anderen waren "teilweise Ex-Profis mit 30 bis 40 Jahren", einer sei aus England gewesen und habe einmal bei Chelsea in der Jugend gespielt, berichtet der künftige Wahl-Bayreuther. Wie auch sie musste er sich im mündlichen Teil Fragen zu den Bereichen Motivation, Mannschaftsführung und Trainingslehre stellen.

In der taktischen Praxis zeigte er den drei Prüfern eine 20-minütige Einheit zum Thema "Kombinationsformen mit Torabschluss über den Flügel". Das beeindruckte auch Andreas Bauer, der Cheftrainer des Skisprung-Weltcup-Damenteams ist. Nachdem dieser früher die Berechtigung zum Fußballlehrer erworben habe, "macht er jetzt als Hobby Prüfer", meint der Kemnather.

Neue Suche


Auch nach dem FSJ, das Ende August ausläuft und das Prechtl jederzeit wieder machen würde, bleibt er der SpVgg erhalten. Künftig betreut er am vom Klaus Rodler geleiteten Nachwuchsleistungszentrum die D2-Junioren. Selbst kickt der 19-Jährige nach einer Spielzeit bei den U19 mittlerweile für die U23 des Vereins in der Landesliga.

Klarheit hat Prechtl nun auch in Sachen Studium. Einige Zeit hat er mit Wirtschaftsingenieurwesen geliebäugelt. Allerdings will er Mitte Oktober dann doch lieber Betriebswirtschaftslehre an der Uni in Bayreuth studieren. Doch dafür muss er sich wieder auf eine Suche begeben - nach einer Wohnung.

Wenn die SpVgg ruft, dann wird keiner nein sagen.Peter Prechtl
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.