Pfarrei Waldeck feiert Patrozinium
Heiliger kommt früher zu Ehren

Mit dem eigens dafür gefertigten Holzkreuz erteilt Pfarrer Heribert Stretz am Sonntag den Päpstlichen Segen. Bild: hl
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Kemnath
06.05.2016
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Die Pfarrei Waldeck feiert am Sonntag, 8. Mai, das Patrozinium des Kirchenpatrons Johannes Nepomuk. Wegen Pfingsten bricht sie mit diesem Datum mit einer Tradition.

Waldeck. Den Heiligen feiern die Gläubigen sonst immer am Sonntag nach dessen Namenstag. Da dieser heuer am Pfingstmontag, 16. Mai, ist, wurde das Fest vorgezogen. In der Pfarrkirche, die Freiherr Ignaz Anton von Otten auf Wunsch seiner Gemahlin Maria Euphrasia ab 1730 erbauen ließ, steht auf dem Hochaltar eine große Statue des Brückenheiligen. Stationen dessen Lebens und seine Konflikte mit dem böhmischen König Wenzel zeigen die Deckengemälde des Asam-Schülers Gebhard von Prüfening.

Ignaz von Otten war sowohl der Waldecker Landrichter als auch Direktor des Immerwährenden Reichstags in Regensburg, seine Frau eine große Verehrerin des 1729 heilig gesprochenen Johannes von Nepomuk. Sie starb nach längerer Krankheit am 3. Mai 1730. Die damalige Kapelle wurde am 4. Juli 1731 geweiht.

Ihr Sohn Philipp Carl Erwin von Otten baute die Kapelle bis 1749 zur Wallfahrtskirche aus. Ab 1773 war das Gotteshaus Eigentum des Freiherrn Franz Anton von Öxle. Der Reichsgraf und Landrichter in Burglengenfeld schenkte den Bürgern die damalige Pfarrkirche St. Anna, nachdem der Alte Markt Waldeck auf der Südseite des Schlossberges 1794 einer Brandkatastrophe zum Opfer fiel. Der Kirchturm wurde 1822 unter Pfarrer Leopold Schuller vom Waldecker Maurermeister Blasius Fischer errichtet. Finanziert hat den Bau der Gutsherr vom nahe liegenden Guttenthau, Sigmund von Künsberg, nach seiner Rettung aus Wassernot.

Am Kirchenpatrozinium darf der Päpstliche Segen den Gläubigen gespendet werden. Dies ist möglich, weil in der Pfarrei eine Bruderschaft "Maria vom Trost" besteht und in deren Titularkirchen der Segen an einigen Tagen im Jahr erteilt werden darf.

Ablauf des PatroziniumsNach dem Festgottesdienst um 9 Uhr in der Pfarrkirche zieht eine Prozession durch den Unteren und Oberen Markt. Sie wird von den Vereinen mit ihren Fahnen und der Blaskapelle Waldeck angeführt. Pfarrer Heribert Stretz trägt die Monstranz, begleitet von den Ministranten, den Kommunionkindern und den Gläubigen. Die dortigen Bewohner werden gebeten, ihre Häuser zu schmücken und die rot-gelb-grünen Fahnen des Marktes sowie die weiß-blauen Bayernfahnen aufzuziehen. Der Patroziniumstag klingt am Abend mit einer Maiandacht in der Pfarrkirche aus. (hl)
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