Schummerungskarten
Neue Gruppe für alte Straßen

Von den Schummerungskarten verspricht sich Peter Wittmann (stehend) interessante neue Erkenntnisse über die Heimat. Zehn Personen schlossen sich in der Gründungversammlung der neuen Arbeitsgruppe an. Bild: jzk
Vermischtes
Kemnath
01.06.2016
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Mit Hilfe moderner Lasertechnik möchte der Heimatkundliche Arbeits- und Förderkreis Kemnath und Umgebung (HAK) die Geschichte der Region weiter erhellen. Dazu gründete er am Sonntag eine neue Arbeitsgruppe für die Heimatforschung mit Schummerungskarten.

Das Landesamt für Denkmalpflege hat dem Verein dafür zwei kostenfreie Arbeitsplätze genehmigt. "Schummerungskarten sind Luftaufnahmen, die mit Lasern so aufgenommen wurden, dass nur noch ein Bodenrelief erkennbar ist", erklärte Peter Wittman im Musikeum. Wald, Bepflanzung und Bodenwuchs seien darauf entfernt, so dass die Bodenoberfläche deutlich zu erkennen ist. "Sie sind ein hervorragendes Hilfsmittel zum Aufspüren von Bodendenkmälern."

Der ehemalige Ingenieur bei der Telekom ist vor kurzem nach Wernersreuth gezogen. In Nabburg hat er bereits Erfahrungen auf dem Gebiet der Altstraßenforschung mit Schummerungskarten gesammelt. Mit Gleichgesinnten will er im Raum Kemnath jetzt dafür eine Arbeitsgruppe bilden.

In der Gründungsversammlung, zu der HAK-Vorsitzender Hans Rösch auch den archäologischen Stammtisch Neustadt am Kulm eingeladen hatte, erläuterte Wittmann seine Vorstellungen über die Arbeits- und Vorgehensweise. Im Bayern-Atlas zeigte er historische Karten von der Region um Kemnath. In den Schummerungskarten waren Geländereliefs und Altstraßen deutlich zu erkennen. "Die einzelnen Mitglieder der Arbeitsgruppe sollen sich einen bestimmten regionalen Bereich um den Rauhen Kulm herum heraussuchen und mit Hilfe der Schummerungskarten genau untersuchen." Bei Ortsbegehungen werden diese Erkenntnisse in der Natur überprüft.

"Dr. Bernd Thieser hat uns seine Unterstützung bereits zugesagt", versicherte der Referent. "Die neue Arbeitsgruppe wird dem HAK angegliedert", gab Hans Rösch bekannt. Der Verein beschaffe das Kartenmaterial und die notwendigen Arbeitsgeräte. In diesem Zusammenhang verwies Rösch auch auf die einschlägigen Artikel in dem 2008 erschienenen Buch "Kemnath, 1000 Jahre und mehr". Einmal im Monat wollen sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe treffen, um ihre Erkenntnisse miteinander zu diskutieren, auszuwerten und darzustellen.

Spontan erklärten sich zehn Personen bereit mitzumachen. Das erste Treffen ist voraussichtlich am Sonntag, 26. Juni, um 16 Uhr im Musikeum. "Dieses Projekt ist ein Verdienst von Hans Bäte, dem Ansprechpartner der Arbeitsgruppe Vor- und Frühgeschichte im HAK", betonte Rösch. Wer sich der neuen Arbeitsgruppe anschließen will, kann sich über E-Mail info@hakkem.de oder Telefon 0 96 42 / 83 96 melden.
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