Stadtverband löst sich nach 36 Jahren auf
„Es geht nicht anders“

Schriftführer Josef Fischer, Terminkoordinator Thomas Klante, Vorsitzender Werner Klante, Bürgermeister Werner Nickl sowie kommissarischer Kassier Christian Leypold (von rechts) leiteten die Auflösungs-Sitzung des Stadtverbandes. Bild: stg
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Kemnath
13.10.2016
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Zum 31. Dezember 2016 wird der Kemnather Stadtverband Geschichte sein: In der Jahreshauptversammlung beschließen die Mitglieder bei einer Gegenstimme dessen Auflösung. Den Geräteverleih und die Terminkoordination gibt es künftig trotzdem - der KEM-Verband übernimmt.

Für Werner Klante war es ein besonderer, nicht unbedingt leichter Tag: 36 Jahre lang, seit dem 8. Oktober 1980, stand er an der Spitze des Stadtverbandes, dem Dachverband der Kemnather Vereine. Auf seine Initiative hin war er damals gegründet worden. Gesundheitliche Gründe zwingen ihn dazu, das Amt aufzugeben. Die Suche nach einer neuen kompletten Vorstandschaft gestaltete sich in den vergangenen Monaten trotz der 67 Mitgliedsvereine äußerst schwierig, ja unmöglich.

"Es fällt mir schwer zu sehen, dass der Verband jetzt aufgelöst wird, aber es geht nicht anders", sagte Klante am Montag im Foyer der Mehrzweckhalle. Nach dem Diskussionsabend im Juni habe sich zwar ein möglicher Kandidat für den Posten des Vorsitzenden gemeldet, jedoch fehlte noch die Besetzung der Posten des Stellvertreters, des Kassiers und des Terminkoordinators. Da dies nicht geklappt habe, habe sich auch die Frage nach einem möglichen Geschäftsführer nicht mehr gestellt.

Bis zum heutigen Tage habe er das Amt gerne ausgeübt. "Ich war in diesen 36 Jahren stolz, dass ich - fast ohne Zuschüsse von der Stadt und keine Beiträge von den Vereinen - es geschafft habe, den laufenden Geschäftsbetrieb und die Anschaffungen zu tätigen, die Sie heute vorfinden", meinte Klante zu den anwesenden Vereinsvertretern. Es sei ihm stets darum gegangen, das Vereinsleben im Gemeindegebiet zu stärken und zu fördern.

Von den 67 Mitgliedsvereinen waren insgesamt 32 anwesend - das Anwesenheits-Quorum für einen Auflösungsbeschluss war damit erfüllt. Die Auflösung selbst musste mit einer Zweidrittelmehrheit der Anwesenden beschlossen werden: Bei der offenen Abstimmung gab es lediglich eine "Nein"-Stimme. Zum Liquidator - also zum Verantwortlichen für die Abwicklung des Stadtverbandes - wurde der bisherige Vorsitzende Werner Klante bestellt. Das Vermögen des Stadtverbandes - sowohl die Gerätschaften wie die finanziellen Mittel - fallen laut Satzung an die Stadt Kemnath. "Das Vermögen fließt aber wieder in die Vereinsarbeit", versprach Bürgermeister Werner Nickl.

Die Federführung beim Verleih der Gerätschaften, bei der Terminkoordination sowie bei der Herausgabe des vierteljährlichen Veranstaltungskalenders übernimmt künftig der KEM-Verband. Das genaue Prozedere hierfür soll in den kommenden Wochen festgelegt werden. "Das wird aber für die Vereine so weiterlaufen wie bisher", zeigte sich Bürgermeister Werner Nickl überzeugt. Er würdigte die Arbeit, die Werner Klante in den vergangenen dreieinhalb Jahrzehnten für den Stadtverband geleistet hat. "Du warst Motor und Lebenselixier des Verbandes", betonte Nickl. Viel sei in dieser Zeit für die Kemnather Vereine erreicht worden. Eine entsprechende Würdigung der Verdienste Klantes werde es noch an anderer Stelle geben.
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