Symposium über die Umwelt-Enzyklika des Papstes
Neue Ehrfurcht vor dem Leben

Die Öko-Enzyklika von Papst Franziskus stellte Beate Eichinger, die Umweltschutzbeauftragte des Bistums Regensburg, vor. Bild: jzk
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Kemnath
19.11.2016
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Mit seiner Enzyklika "Laudato si" hat Papst Franziskus offensichtlich einen Volltreffer gelandet. Nicht nur die Kirchen, sondern auch der Bund Naturschutz sind von seinen Ideen begeistert.

Was die Umwelt-Enzyklika des Papstes für das Handeln der Christen vor Ort bedeutet, war Thema des Symposions im Pfarrheim, zu dem KAB, Bund Naturschutz (BN) und Katholische Erwachsenenbildung im Landkreis Tirschenreuth sowie die Kirchen eingeladen hatten. Als Referenten hieß Werner Schubert Beate Eichinger, Umweltbeauftragte des Bistums Regensburg, Karl Bärnklau, Umweltreferent des evangelischen Dekanats Weiden, und Wolfgang Deglmann vom BN Hof willkommen.

"Papst Franziskus möchte mit seiner Enzyklika alle Menschen aufrütteln und sie auf ihre Verantwortung gegenüber der Schöpfung hinweisen", betonte Eichinger. Er stelle den ökologischen Gedanken in den Kontext mit der sozialen Gerechtigkeit. Dabei prangere er besonders die soziale Ungerechtigkeit, Zerstörung der Erde und das verlogene Wirtschaftssystem an. Zugleich sei er aber optimistisch und zeige langfristige Lösungen auf. Franziskus erinnere alle Handelnden an ihre Verantwortung gegenüber der Schöpfung. Die ökologische Krise solle überwunden werden. "Der Papst will eine Bewegung von unten und hofft auf eine neue Lebenseinstellung der Menschen und auf eine globale Umkehr." Das Gemeinwohl solle wieder im Vordergrund stehen, Umwelt- und Klimaschutz verstärkt und eine ökologische Marktwirtschaft eingeführt werden.

171 Seiten umfasst die Öko-Enzyklika des Papstes. Die sechs Kapitel sind in die drei Bereiche "Sehen", "Urteilen" und "Handeln" eingeteilt. Im Kapitel zwei fordert der Heilige Vater das Zusammenwirken von Gott, Mensch und Natur. "Technische Fortschrittsglaube (das technokratische Paradigma) und maßloser Materialismus sind die menschlichen Wurzeln der ökologischen Krise", heißt es im dritten Kapitel.

Im vierten Kapitel entwickelt der Papst die Vision einer ganzheitlichen Ökologie mit einem neuen Blick auf das friedliche Miteinander von Mensch und Natur. Laut Eichinger führt er für die Kirche vor Ort konkrete Einzelaspekte wie Klima, Wasser, Artenschutz, Energie, Müll, Gentechnik, Landwirtschaft (kleinbäuerliche Strukturen) und Mobilität (ÖPNV) an. Die Sorge um die nachfolgenden Generationen sollte im Vordergrund stehen. Dafür seien Entschleunigung, Achtsamkeit, Umwelterziehung und Wachstumskritik notwendig. "Die eigene Würde sollte als tiefste Motivation für das Handeln gelten." Ökologische Umkehr, Umwelterziehung und ökologische Spiritualität weise der Papst der Kirche als zukünftige Aufgaben zu. Ein neuer Anfang sollte gewagt werden, eine neue Ehrfurcht vor dem Leben erwachen und das Streben nach Gerechtigkeit und Frieden einen neuen Auftrieb bekommen.

Im Anschluss an diese theologische Sichtweise des päpstlichen Lehrschreibens sprachen Karl Bärnklau und Wolfgang Deglmann (Bericht folgt).
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