Tirschenreuther Feuerwehren nehmen Übungsbetrieb in der ASÜ Neuhaus auf
Belastung unter schwerem Atemschutz

Vor der eigentlichen Atemschutzstrecke steht ein Fitnesstest an: Laufband, Ergometer, Endlosleiter - und das alles in voller Montur. Wer dies besteht, ist wirklich fit. Bilder: mde (2)
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Kemnath
19.09.2016
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Die Landkreise Tirschenreuth und Neustadt/WN sowie die Stadt Weiden haben mit der neuen Atemschutzübungsanlage in Neuhaus ein bayernweit einzigartiges Projekt geschaffen. Welche Möglichkeiten die Anlage bietet, erlebten Atemschutzträger aus Kemnath und Bärnau bei einer ersten Belastungsübung.

(mde) Sie zählt zu den modernsten Atemschutzübungsanlagen (ASÜ) Bayerns. 1600 Atemschutzgeräteträger der nördlichen Oberpfalz absolvieren hier ihre jährliche Belastungsübung. Für den Landkreis Tirschenreuth hatten acht Einsatzkräfte der Feuerwehren Kemnath und Bärnau die Ehre, die ASÜ zu eröffnen.

Auf Nachfrage teilte Kreisbrandmeister Dieter Höfer mit, dass derzeit 505 Atemschutzgeräteträger im Landkreis für den Einsatzdienst tauglich sind. Sie haben die Ausbildung abgeschlossen, die jährlichen Belastungsübungen rechtzeitig absolviert und die Vorsorgeuntersuchung G26.3 bestanden. Derzeit gibt es 34 Feuerwehren im Landkreis mit Atemschutzausrüstung. 30 von ihnen werden die ASÜ in Neuhaus besuchen, die anderen vier nutzen weiter die Übungsstrecke in Marktredwitz.

Ein "Streckendurchlauf" beginnt mit der Anmeldung der Übungsmannschaft. Nach einem kurzen theoretischen Teil und einem Gesundheitscheck geht es an die Ausrüstung mit Schutzanzug, Atemschutzgerät und Maske. Jeder Teilnehmer bekommt einen Chip, mit dem er sich an der jeweiligen Übungsstation einloggen kann.


Endlosleiter, Fahrrad-Ergometer und Laufband


Danach geht es im Wechsel auf die Endlosleiter, das Fahrrad-Ergometer, das Handkurbelrad und das Laufband. Fortlaufend übermittelt ein Brustgurt Pulswerte, per Funk und Kamera wird der Ablauf überwacht. In der eigentlichen Übungsstrecke müssen sich zwei Trupps mit je zwei Atemschutzgeräteträgern durch enge Rohre und die verwinkelte Kriechstrecken kämpfen. Dabei erschweren Hitze und Dunkelheit die Arbeit. Rollen im Boden, heiße oder versperrte Türen, dunkle Wände und die Übungsstrecke in "Käfigausführung" auf zwei Etagen, dazu flackernde Lichter und Hitzequellen sind weitere Herausforderungen. Die Teams müssen sich permanent absprechen und sich gegenseitig Hilfe leisten. Der erfolgreiche Durchlauf in Verbindung mit körperlicher Gesundheit und gültiger Vorsorgeuntersuchung sichert jedem Aktiven den weiteren Einsatzdienst, um für den Innenangriff zur Brandbekämpfung oder zur Rettung von Mensch und Tier gerüstet zu sein.

Zur ersten Übung waren Kreisbrandrat Andreas Wührl und weitere Führungsdienstgrade gekommen. Jährlich sind für die Feuerwehren des Landkreises Tirschenreuth 34 Termine geplant, bei jedem ist ein Mitglied der Kreisführung dabei. Seitens des Landkreises Tirschenreuth sind unter der Federführung des Kreisbrandmeisters für den Atemschutz, Harald Würner, die Ausbilder Roland Frank, Wolfgang Fischer, Karl Gereth, Tobias Steinhauser und Christian Kohl für die Kreisausbildung Atemschutz und die Durchführung der Übungen in der ASÜ tätig.
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