Trageberaterin Stefanie Schötz
Tragen macht die Hände frei

Stefanie Schötz ist vom Tragen überzeugt. Davon profitiert auch ihr Sohn Marco. Bild: hfz
Vermischtes
Kemnath
10.06.2016
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Stefanie Schötz ist Mutter zweier Kinder. In der Trageschule Hamburg hat sie sich zur Trageberaterin ausbilden lassen. In Kemnath berät sie Eltern, wie diese ihren Nachwuchs mit Tüchern oder Hilfen am Bauch oder auf dem Rücken tragen können, das nächste Mal am 16. Juni, von 9 bis 11 Uhr im "Mittendrin". Aber brauchen Eltern Beratung beim Tragen ihrer Kinder?

Frau Schötz, was machen Sie als Trageberaterin eigentlich genau?

Ich gebe Eltern eine Anleitung, wie sie ein Kind tragen können. Tücher oder Tragehilfen bieten da verschiedene Möglichkeiten. Ich erkläre zum Beispiel auch die verschiedenen Bindemöglichkeiten von Tragetüchern.

Warum ist es besser ein Kind zu tragen, statt es im Kinderwagen zu schieben?

Es ist für die Anatomie und Entwicklung des Kindes besser, wenn es getragen wird und nicht nur im Bett oder im Kinderwagen rumliegt. Außerdem ist das eine Frage der Bindung zu den Eltern. Gerade die ganz kleinen Kinder brauchen diese Liebe, Bindung und den Körperkontakt.

Benutzen Sie selbst einen Kinderwagen?

Ich habe zwar einen, aber der steht nur rum. Es ist viel praktischer, mein Kind zu tragen. So habe ich die Hände für andere Dinge frei. Man merkt erst wie gehandicapt man mit einem Kinderwagen ist, wenn man mit einem unterwegs ist. Ich denke dabei zum Beispiel auch an Bordsteine.

Bis zu welchem Alter kann oder soll man Kinder tragen?

Am wichtigsten ist das im Alter von drei bis sechs Monaten. In dieser Zeit ist die Körpernähe und Zuwendung für die Babys besonders wichtig. Sie werden mit dem Gesicht zum Elternteil am Bauch getragen. Wenn die Kinder dann mit rund einem Jahr beginnen zu Laufen, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man hört abrupt mit dem Tragen auf und verwendet einen Kinderwagen oder aber man ändert die Trageweise: Das Kind wird auf dem Rücken getragen und kann so die Welt besser entdecken. An sich kann man sein Kind so lange tragen, wie man möchte. Ich trage phasenweise auch meine vierjährige Tochter noch, wenn sie zum Beispiel bei Ausflügen nicht mehr laufen kann.

Wie unterscheiden sich Kinder, die von ihren Eltern getragen werden, von Kinderwagen-Kindern?

Getragene Kinder sind allgemein ruhiger. Sowohl in der Zeit, in der sie getragen werden, als auch sonst. Studien besagen zudem, dass sie auch später selbstbewusster, ruhiger und gefestigter sind.
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