"Tramps" nicht zu stoppen
Stadtgeschehen bei FCC-Prunksitzung analysiert

Sehr gut informiert über manche kommunalpolitischen Ereignisse waren Erika Scherm (links) und Rudi Schiedlofsky (rechts) bei ihrem Auftritt als "Tramps von Fortschau". Ihren Auftritt begleitete Bertram Dürrschmidt auf dem Akkordeon. Bilder: jzk (2)
Vermischtes
Kemnath
26.01.2016
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Was wäre eine Prunksitzung des Fortschauer Carnevals-Clubs (FCC) ohne die "Tramps von Fortschau"? Jedoch hatten Erika Scherm und Rudi Schiedlofsky ein Problem: "In Kemnath passieren ja kaum spektakuläre Ereignisse." Trotzdem wurden sie für ihren Auftritt wieder fündig.

Dass der Bau der neuen Aussegnungshalle nicht allen gefiel, hatten die Tramps natürlich auch mitbekommen. "Jeder sollte rechtzeitig ein Formular ausfüllen, ob er einmal in die alte oder neue Leichenhalle möchte", schlugen sie als Kompromiss vor. Beim Nachzählen der 30 neuen Urnengräber hatten Erika Scherm und Rudi Schiedlofsky festgestellt, dass die Bauarbeiter wohl eines vergessen haben. Gedanken machten sie sich über die noch unbesetzte Stelle eines Kinderarztes in Kemnath. Dass die Ausreise für einen libyschen Kinderarzt nicht geklappt hat, fanden sie grotesk. "Was lange währt, wird endlich gut", freuten sie sich über den Abriss des Dietl-Hauses.

Selbstlos boten sich die beiden Tramps als neuen Vorstand des Stadtverbands an: "Vielleicht wir zwoa, des tät doch passen, da gäb's dann was zum Lachen." Auch der bevorstehende 60. Geburtstag des Rathaus-Chefs war ihnen nicht entgangen. "Er soll noch viele weitere Jahr für Kemnath Gutes bewegen", wünschten sie sich.

Dass beim Festspielbesuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Bayreuth in der Pause im Restaurant ihr Stuhl zusammenbrach, veranlasste die Tramps zu einer kühnen Vermutung: "Es wollte schon einer im letzten Jahr an ihrem Stuhlbein sägen."

Nach jeder Strophe stimmte das Publikum mit ihnen in den Refrain ein: "Wir sind die Tramps von Fortschau, manchmal sind wir nüchtern, doch meistens sind wir blau. Wir trinken Wein, Schnaps, Sekt und auch Bier, doch am liebsten sind wir hier." Bertram Dürrschmidt begleitete die beiden sangesfreudigen Tramps gekonnt auf seinem Akkordeon.

Ein weiterer Höhepunkt war der Auftritt von Gstanzlsänger Lucky, alias Marcus Lukas aus Kohlberg. Kaum hatte er seiner "Quetschn" die ersten Töne entlockt, stieg das Stimmungsbarometer im Foyer sprunghaft an. Nicht nur mit seinen deftigen Witzen, sondern auch mit lustigen Trinksprüchen und bayerischen Schnaderhüpfln erntete er wahre Lachsalven. Spontan zog er immer wieder Zuhörer wie seinen Leidensgenossen vom Fitnessstudio mit ein und mokierte sich über einen gewagten Haarschnitt: "Du und die Angela Merkel, ihr müsst euch einen neuen Friseur suchen."

Auch die Fastnachtsfreunde aus Franken blieben nicht verschont. Geduldig übersetzte der Oberpfalzmeister im Witzeerzählen für sie bayerische Mundartausdrücke ins Hochdeutsche. Jeder Ehrengast, der den Sessionsorden des FCC bekam, stellte überrascht fest, dass darauf ganz groß das Porträt dieses humoristischen Urgesteins gedruckt war.
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