Vorbereitung auf den Nofi-Lauf 2017 in Kemnath
Schritt für Schritt zum Läufer

Dr. Stefan Pecher weiß, wie man sich aufs Training vorbereitet. Der Sportmediziner aus Fichtelberg hat schon mehrmals an einem Marathon teilgenommen und ist regelmäßig auf dem Rad unterwegs. Bild: privat
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Kemnath
27.09.2016
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Sportschuhe schnüren und los. Doch so einfach läuft es für einen Anfänger nicht, der zum ersten Mal beim Nofi-Lauf dabei sein möchte, vorher aber einen weiten Bogen ums Joggen gemacht hat. Der Besuch beim Arzt sollte der erste Schritt sein.

Kemnath/Fichtelberg. Eigentlich könnte alles ganz einfach sein: Raus aus den Arbeitsklamotten, rein in T-Shirt und Sportleggings, durchatmen und einfach loslaufen - am besten gleich zehn Kilometer, ohne vorher jemals joggen gewesen zu sein. Dass die Gesundheit unter plötzlichem Fitnesswahn leiden kann, weiß Dr. Stefan Pecher aus Fichtelberg aus dem Alltag in seiner Praxis. Der Sportmediziner erklärt deshalb, worauf Anfänger achten müssen, wenn sie sich auf einen Wettkampf wie den Nofi-Lauf in Kemnath vorbereiten wollen.

Ärztliche Untersuchung sehr wichtig


Für besonders wichtig hält der 49-Jährige, sich ärztlich untersuchen zu lassen. Fragen wie "Was machen die Knie, die Sprunggelenke?", "Brauche ich Einlagen", müssen vom Orthopäden abgeklärt werden. Bei einer Fehlstellung des Gelenks könne sich dieses sonst weiter abnutzen und später zu Beschwerden führen. "Anfänger haben oft Probleme mit Belastungsschäden, weil sie einfach losgelaufen sind. Das Gelenk ist abgenutzt, abgeschliffen und warm", meint der Arzt. Oft können Probleme mit Einlagen oder einem anderen Schuh gelöst werden. Pecher sieht die Chance bei unter 20 Prozent, den richtigen Schuh in einem Schuhgeschäft zu finden, das sich nicht auf Sportmode spezialisiert hat. Ein Belastungs-EKG sowie eine Blutabnahme sollte der angehende Sportler ebenfalls beim Arzt machen lassen. Der Doktor könne dadurch feststellen, ob der Patient überhaupt in der Verfassung ist, laufen zu gehen. Bei einem Herzfehler sei es weniger ratsam. Die Gefahr, dass der Laufanfänger umkippt, ist laut Pecher zu groß.

Passt alles, gibt es aus gesundheitlicher Sicht trotzdem einiges zu beachten. "Von null auf 42 Kilometer in einem Jahr kann nicht funktionieren", warnt Pecher. Seit 2004 kümmert sich der Fichtelberger um die nordische Skinationalmannschaft. Bei den olympischen Spielen in Turin, Vancouver und Sotschi war er Betreuer. "Ich rate, sich im ersten Jahr zehn Kilometer vorzunehmen, wenn man einen größeren Wettkampf laufen will. Im zweiten dann einen Halbmarathon und im dritten den Marathon." Ist das Ziel eine kürzere Strecke wie beim Nofi-Lauf, sollte man sich ebenfalls langsam herantasten: Bei sechs Kilometern beispielsweise mit vier starten und sich langsam steigern. Damit es sich am Anfang leichter läuft, hat Pecher eine Faustregel: "Einen Kilometer joggen, einen Kilometer gehen, einen Kilometer joggen ..." Der Sportler soll sich zudem vorstellen, er habe einen Laufpartner an seiner Seite und wolle ihm unterwegs etwas erzählen, ohne aus der Puste zu kommen. Wer während des Laufs noch sprechen kann, ist mit dem richtigen Tempo unterwegs.

Richtige Ernährung gehört dazu


Zum Laufen gehört auch die Ernährung. Die Umstellung erfolgt oft von allein, meint Pecher. "Man hat Appetit auf andere Dinge. Vor und nach dem Lauf Eiweiß essen", rät der Arzt. Dadurch werde die Muskulatur, die stark belastet wird, regeneriert. Kohlenhydrate gibt es zum Frühstück. "Ein großes Müsli mit frischen Früchten wie Himbeeren, fettarmen Joghurt, keine Schokopops - da kommt man über den ganzen Tag", informiert der Fichtelberger. Um nicht mit vollem Magen loszurennen, sollte drei Stunden gewartet werden. "Ein Schäufele und danach laufen ist auch schwierig."

Gut ist es, in das Lauftraining Kraftübungen einzubauen. "Das ist ganz wichtig. Nicht nur Ausdauer, sondern Schnelligkeit und Kraft üben." Das gebe stabile Gelenke. Für einen Sechs-Kilometer-Lauf reichen laut Pecher sechs Wochen Trainingszeit, wenn das Ziel lautet: den Wettkampf einfach nur durchhalten. Für einen Marathon sollte die Vorbereitung mindestens ein viertel Jahr vorher starten. Wer hart trainiert, hat Muskelkater. Weitermachen ist aber keine Lösung. "Muskelkater, sagt man ja, ist die Vorstufe einer leichten Muskelverletzung. Da sollte man nicht trainieren", rät der Arzt. Auf seinen Körper zu hören, habe immer Priorität.

Nofi-Lauf in KemnathDer Nordoberpfälzer Firmenlauf, kurz Nofi-Lauf, ist für das Jahr 2017 in Kemnath geplant. Mit mehreren Geschichten aus dem Kemnather Land wollen wir unsere Leser auf das größte Sportereignis der Region am 24. Mai vorbereiten. Den Anfang macht ein Interview mit Sportmediziner Dr. Stefan Pecher aus Fichtelberg, der Tipps für das Lauftraining - besonders für Einsteiger - gibt. Im Gegensatz zur Strecke in Weiden laufen die Teilnehmer keinen Rundkurs, Start und Ziel sind also getrennt. Die Strecke führt über 5,9 Kilometer auf breiten Straßen. Bis 31. Oktober kostet die Gebühr 9,50 Euro, danach gibt es eine moderate Steigerung. Anmeldungen sind bis zum 8. Mai 2017 möglich. (spi)

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Weitere Informationen:

www.nofi-lauf.de
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