Vortrag von Johann Spörrer im Musikeum
Der Fichtelnaab auf der Spur

Viel Lob erhielten Johann Spörrer (links) und Rainer Sollfrank (rechts) für ihren Bildvortrag über die Fichtelnaab. Bild: jzk
Vermischtes
Kemnath
24.11.2016
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Der Name Fichtelnaab leitet sich wohl vom Fichtelgebirge ab. Wer das gedacht hat, liegt nicht ganz richtig, wie Johann Spörrer im Musikeum aufklärt.

Der bekannte Heimatdichter aus Pullenreuth und Rainer Sollfrank hatten auf Einladung des Heimatkundlichen Arbeits- und Förderkreis Kemnath einen hochinteressanten historischen Bildvortrag mit dem Titel "Lebensraum Fichtelnaab" ausgearbeitet. Nach der Begrüßung durch Vorsitzenden Hans Rösch erläuterte Spörrer, dass die Fichtelnaab ihre Bezeichnung nur indirekt vom Fichtelgebirge hat. Sie leite sich von ihrem Quellgebiet am Ochsenkopf ab, der vor 1495 noch mit "Vichtelberg" benannt wurde. Den Beinamen erhielt die Fichtelnaab, um sie von den anderen Naabquellflüssen zu unterscheiden. Im Mittelalter hieß sie auch Krumme Naab, da sie in breiten Windungen strömt. Dieser Name dürfe aber nicht mit dem Ort Krummennaab verwechselt werden, der am Nordufer der Fichtelnaab liegt.

In seinem Bildvortrag begleitete Spörrer den mit 42 Kilometern Länge kleinsten Fluss des Fichtelgebirges von der Quelle in 865 Metern Höhe bis zur Mündung in die Waldnaab oberhalb von Windischeschenbach mit der Kamera. Dabei stellte er die Ortschaften Fichtelberg, Mehlmeisel, Unterlind, Brand, Ebnath, Riglasreuth, Pullenreuth, Trevesen, Kronau, Grötschenreuth, Erbendorf, Krummennaab, Burggrub und Naabdemenreuth ausführlich in Wort und Bild vor.

Dank aufwendiger Recherchen konnte Spörrer die geschichtlichen Hintergründe und die historische Entwicklung dieser Orte in seinen Vortrag mit einbauen. Besonders interessant war, wie die Leute von damals die Kraft der Fichtelnaab für Hammerwerke, Mühle, Sägewerke oder Glasschleifen für sich zu nutzen wussten. Viele Ortsnamen mit den Endungen -mühle oder -hammer deuten heute noch darauf hin.

Immer wieder gerieten die Bewohner durch wirtschaftliche Umstrukturierungen in Not und mussten teilweise sogar auswandern. Viele historische Gebäude verfielen und wurden abgerissen. Manche wechselten den Besitzer und wurden aufwendig restauriert. Kurz vor Windischeschenbach endete die Vorführung. Natürlich wussten die Zuschauer, dass die kleine Fichtelnaab in die größere "Schwester" Waldnaab, dann in die Donau und mit ihr weiter in das Schwarze Meer fließt. Dankbarer Beifall belohnte Spörrer und Sollfrank für ihre Arbeit im Dienste der Heimatkunde.
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