Walter Ehlich referierte über die Forstwirtsschaft
Beflügelter Holzmarkt

Vermischtes
Kemnath
02.11.2016
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Über neue Entwicklungen auf dem Holzmarkt berichtete der Geschäftsführer Walter Ehlich bei der Gebietsversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Kemnath (FBG). Die Forstwirtschaft erlebe derzeit Entwicklungen, die man vorher noch nicht kannte, sagte er.

Ölbrunn. "Der europäische Holzmarkt hat sich enorm ausgeweitet. Die Sägewerke holen sich jetzt das Holz auch auf der Schiene über Hunderte von Kilometern sogar aus Skandinavien und Polen", berichtete Ehlich. Enorme Mengen an Käferholz gelangen per Zug laufend vom Altvatergebirge (Polen) bis in die regionalen Sägewerke.

Zudem gleichen sich die Preise vielfach landesweit an. Dies gelte besonders bei Schadensereignissen. Der Fachmann sagte, in der Sägeindustrie werde wieder kräftig investiert, um mehr Kapazitäten zu haben. Das Sägewerk Ziegler in Betzennühle investiere zum Beispiel in eine neue Rundholzanlage und erweitere den Ausbau des Wiesauer Bahnhofes für Holztransporte.

Nahe Prag baue ein österreichischer Investor an einem Zellstoffstandort ein neues Sägewerk mit einer Kapazität von 1,5 Millionen Festmeter pro Jahr. Dagegen vermindern deutsche Sägewerke ihre Jahresleistung deutlich, obwohl staatliche Lieferverträge weiter bestehen. Damit werden die bisher gewohnten Holzmassen und die Freimengen umgeleitet. "Diese Entwicklung beflügelt und belastet gleichzeitig den Holzmarkt. Hinzu kommt, dass der Staat als größter Waldbesitzer geringere Holzpreise durch Mehreinschlag ausgleicht", erklärte Ehlich. Durch die um 20 Prozent gestiegenen Baugenehmigungen für Wohnhäuser und die boomende Baukonjunktur haben die Sägewerke gute Absatzmöglichkeiten und Bedarf aus den Privatwäldern.

Mengen planen


"Wir müssen dem Trend entgegenwirken, dass der Privatwald sich beim Holzeinschlag zurückhält. Die Holzindustrie lebt in einem der letzten freien Märkte und sie braucht den Privatwald als verlässlichen Lieferanten. Wir dürfen den Anschluss nicht verlieren", forderte der Geschäftsführer. Ehlich plädierte dafür, die Einschlagmengen jährlich konstant zu planen und nicht nur auf Schadereignisse zu reagieren. Derzeit sind Preise für die Fichte von 85 Euro und für Kiefer im Leitsortiment mit 70 Euro pro Festmeter zu erzielen.

In der Frage-Antwort-Stunde fragten die Teilnehmer nach dem ungerechtfertigten Preisabstand zwischen einer Fichte und einer Kiefer von bis zu 20 Euro. Der Fachmann erklärte die unterschiedlichen Preise mit dem Marktgeschehen und der schlechteren Säge-Ausbeute. Fast das gesamte Leimholz besteht aus Fichte. Dem Käferholz sagte er wegen seiner schlechteren Qualität einen deutlichen Preisabschlag von bis zu 20 Euro voraus.
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