Wanderausstellung an Real- und Mittelschule Kemnath
Geschichte und Gegenwart

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Kemnath
03.06.2016
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"Deutsche aus Russland - Geschichte und Gegenwart" war der Titel der Wanderausstellung, die Jakob Fischer den Schülern der neunten Klassen der Real- und der Mittelschule präsentierte.

Am Beispiel der Russlanddeutschen erklärte ihnen der Projektleiter die Probleme von Migration und Integration in Deutschland. Gefördert wird dieses Projekt vom Bundesministerium des Inneren in Berlin und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAM) in Nürnberg.

"Fünf Prozent der deutschen Bevölkerung sind Nachfahren der Deutschen aus Russland", wusste Fischer. In Zahlen ausgedrückt sind das 4,1 Millionen Bundesbürger. Davon leben in Bayern 700 000 und 3 500 im Landkreis Tirschenreuth. Mit einer Powerpoint-Präsentation unternahm Fischer einen Streifzug durch die 1000-jährige Geschichte der Beziehungen zwischen Deutschen und Russen. Dabei ging er auch auf die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung ein. "Es gibt deutsche Spuren in Russland und russische Spuren in Deutschland."

In den vergangenen 150 Jahren haben die Deutschen im Zarenreich große Leistungen vollbracht. Im Zweiten Weltkrieg wurden Deutschland und Russland Kriegsgegner. Mit einem Schlag wurden die Deutschen zu Staatsfeinden. Durch den Stalin-Erlass wurden die Wolgadeutschen 1941 nach Sibirien und Zentralasien deportiert. Erleichterungen gab es für sie erst nach den Moskaureisen der beiden Bundeskanzler Konrad Adenauer und Helmut Kohl.

"Warum wanderten Deutsche nach Russland aus und wieso kamen sie später wieder zurück?", war der Titel des Films, den Fischer zeigte. Beim Thema "Schicksalsweg der Deutschen aus Russland" räumte der Referent mit vielen Vorurteilen auf, die Deutsche gegen russische Spätaussiedler haben. "Deutsche Aussiedler aus Russland waren ein Gewinn für Deutschland", war sein Resümee. "Die meisten Deutschen aus Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenistan kamen in Deutschland gut zurecht." Ein gutes Beispiel einer gelungenen Integration sei die bekannte Schlagersängerin Helene Fischer. Ihre Großeltern waren Wolgadeutsche, die 1941 nach Sibirien deportiert wurden. Mit ihren Eltern kam sie1988 im Alter von vier Jahren nach Rheinland-Pfalz.

Bei den Themen "Zuwanderung" und "Eingliederung" ging Fischer auch auf den Aufnahmetest für Spätaussiedler und den Einbürgerungstest für Ausländer ein. "Für eine erfolgreiche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund sind bestimmte Voraussetzungen bei der Aufnahmebereitschaft der einheimischen Bevölkerung und dem Integrationswillen der Migranten unverzichtbar."

Bei einem Rundgang durch die Ausstellung mit zehn Schautafeln konnten die Neuntklässler ihr Wissen vertiefen.
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