Wilde Alte Zeit
Einbruch und Diebstahl

Vermischtes
Kemnath
20.08.2016
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Einbruch und DiebstahlFrüher war nicht alles besser: Auch damals sorgten Brandstifter, Langfinger und Grobiane für Schlagzeilen im "Neuen Tag". Hans Walter Kastl hat Artikel über die spektakulärsten und skurrilsten Fälle zusammengetragen, die sich vor fast 100 Jahren zutrugen.

Am 22. September 1920 kam es in Napfberg bei Erbendorf zu einen Einbruch mit Mordversuch. Dazu schrieb die Zeitung :

"Zu dem nahen Napfberg beim 'Böllert' - das Haus liegt ganz einsam am Steinwald - erschienen gestern nachts gegen 21 Uhr vier vermummte Gestalten an den Stubenfenstern, als die Leute noch auf waren. Die Frau und die Schwester des Bauern sowie ein alter Knecht und ein Hütebub ergriffen sogleich die Flucht, während die Kerle mit Gewehren bewaffnet durch die Fenster eindrangen. Der Bauer setzte sich kräftig zur Wehr und wurde nach längerem Ringen zu Boden geschlagen. In der ganzen Stube an Wänden und Tisch sind Blutspuren. Zu Hilfe gerufene Leute fanden den Bauern in einer großen Blutlache. Sein Zustand ist hoffnungslos. Mit dem Ausruf: "Der ist hin, gehen wir weiter!" zogen die Täter gegen den Wald, ehe noch Hilfe eingreifen konnte".

Am 29. Oktober 1920 gab es in der Zeitung einen Aufruf, dass offensichtlich eine Bande die Region unsicher mache. In der Zeitung stand:

"Nach den eingelaufenen Polizeiberichten der letzten Wochen mehren sich die schweren Diebstähle und Einbrüche in ländlichen Gegenden. Auch in unserer Gegend hat der Sicherheitszustand schon erhebliche Störungen durch Einbruchdiebstähle erlitten. Es scheint sich aber nach den bisherigen Wahrnehmungen eher um ein Vorgehen einer Bande zu handeln, die unsere Gegend unsicher macht, wobei meist vier Personen zusammenarbeiten. Die Bevölkerung wird ersucht, einschlägige Wahrnehmungen, insbesondere vor dem Auftreten unbekannter verdächtiger Personen, sofort der Orts- und Bezirkspolizeibehörde sowie der Gendarmerie vertraulich Mitteilung und Nachricht zu geben, damit unter Mitwirkung der Orts- und Einwohnerwehren diesen Diebesgesindel zu Leib gerückt werden kann".

In den wirtschaftlich schlechten Zeiten nahm der Diebstahl von Holz zu. So meldeten am 1. November 1920 die Waldbesitzer in Speichersdorf, dass "die Holzdiebstähle in den hiesigen sowie angrenzenden Wald in unerhörter Weise überhand nehmen". Sie merkten an, dass die Einwohnerwehr bei Tag und Nacht Patrouillengänge machen wird und jeden zur Anzeige bringt, der mit Holz, das er auf unrechtmäßige Weise erworben hat, angetroffen wird.

Die Zeitung berichtete auch von einem Einbruch am 22. Dezember 1920 in Neusorg:

"Heute Abend wurde im Laden des Josef S. (damals waren die Namen ausgeschrieben) eingebrochen. Dem Täter, ein Bürschchen von 17 bis 18 Jahren namens Josef M. aus Kaibitz, fielen rund 1700 Mark sowie ein Kontobuch in die Hände. Der Dieb konnte sich jedenfalls nicht lange seiner Beute erfreuen. Dank dem Stations-Diener P., der das Bürschchen an der Personsperre sofort für verdächtig hielt, den Zug nach Marktredwitz nicht mehr erreichen konnte und die Richtung nach Pullenreuth einschlug. Besonderen Dank Herrn Oberwachtmeister L., welcher Mitternacht noch die Verfolgung aufnahm und den Dieb in der Popp'schen Wirtschaft zu Schindellohe festnehmen konnte, welcher sich nun hinter Schloss und Riegel befindet". (hwk)
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