Zum Tag der Ausbildung besucht der Abgeordnete Reinhold Strobl eine Bäckerei
Arbeitszeiten schmecken nicht

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Kemnath
01.02.2016
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Hohenkemnath. "Um unsere duale Ausbildung beneidet uns der Rest der Welt", sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl am Montag, als er anlässlich des bayernweiten Tages der Ausbildung die Bäckerei Wenkmann in Hohenkemnath besuchte. Denn an diesem Tag sollen sich die Landtagsabgeordneten auf Anraten des Sozialministeriums gezielt mit Berufsausbildung befassen.

Eine Vertrauensposition


In der Bäckerei Wenkmann schließt Meike Luding heuer ihre Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin ab, und die 13-jährige Sarah Hellebrand macht ihr (zweites) einwöchiges Berufspraktikum. Bei der Ausbildung gehe es nicht ausschließlich darum, wie man möglichst viele Backwaren unter die Kundschaft bringt, sagte Bäckermeister Christian Wenkmann. Eine Bäckereifachverkäuferin müsse auch alle Inhaltsstoffe ihrer Produkte kennen und die passende Antwort wissen, wenn Kunden mit Nahrungsmittelallergien Probleme haben.

"Mein Arbeitstag beginnt in der Früh um 5 Uhr, aber um die Mittagszeit ist für mich Feierabend", erzählte Meike Luding, die im Herbst zur Gesellenprüfung antritt. Zum Berufspraktikum stand Sarah Hellebrand gestern ebenfalls bereits um 5 Uhr in der Backstube bei Christian Wenkmann, der schon dann aufsteht, wenn andere ins Bett gehen, nämlich kurz vor Mitternacht. Bis die ersten Kunden kommen, müssen Brot und Semmeln fertig sein.

Schwer habe es das Bäckerhandwerk mit dem Nachwuchs, "weil diese Arbeitszeiten keinem Jugendlichen schmecken". Bäckereien hätten ein individuelles Angebot an Backwaren, sagte Reinhold Strobl. In den großen Filialketten, die in Supermärkten und Einkaufszentren ihre Ware verkaufen, schmecke dagegen alles gleich. Strobl meinte, noch vor wenigen Jahren hätten Jugendliche krampfhaft nach einer Lehrstelle gesucht - heute sei das Handwerk um jeden Auszubildenden dankbar.

Schulbank allein tut's nicht


Obwohl sie erst wenige Stunden in eine Bäckerei hineingeschnuppert hatte, gefiel es der Achtklässlerin Sarah Hellebrand "ganz gut". Eine Bäckerei sei auch etwas anderes als das Berufspraktikum, das sie in einer Arztpraxis absolviert habe.

Christian Wenkmann unterstrich, dass das Handwerk stolz auf das duale Ausbildungssystem sei, denn mit Berufsausbildung nur auf der Schulbank könne man keinen Beruf von der Pike auf lernen. Dazu gehöre auch ein Arbeitstag, der nicht immer nur acht Stunden dauere.
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