Beschäftigungsbedingungen und tarifliche Regelungen behalten ihre Gültigkeit
Siemens Healthcare AG wird zur Siemens Healthcare GmbH

Der Name Siemens bleibt. Zum 1. Mai ändert sich jedoch die Unternehmensform für den Kemnather Standort. Aus der Healthcare AG wird die Healthcare GmbH. Bild: stg
Wirtschaft
Kemnath
25.03.2015
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Aus der Siemens Healthcare AG wird zum 1. Mai die Siemens Healthcare GmbH. Der Konzern vollzieht den 2014 angekündigten Übergang des Medizintechnik-Bereichs in ein eigenständiges Unternehmen. Für die Beschäftigten ändert sich nichts - zumindest in den nächsten drei Jahren.

(luk) Betroffen von diesem Schritt ist neben den Standorten Erlangen, Forchheim und Rudolstadt auch das Kemnather Werk. Wie dessen Betriebsratsvorsitzender Harald Tretter auf Nachfrage mitteilt, werde die neue GmbH zu 100 Prozent Siemens gehören. Es sei gesetzlich bei jeden Betriebsübergang vorgeschrieben, die Mitarbeiter vorab über einen solchen Schritt und dessen Gründe zu informieren. Die entsprechenden Übergangsschreiben seien in der Vorwoche an die insgesamt 13 000 Beschäftigten, davon rund 1200 in Kemnath, rausgegangen.

Auch unter der neuen Bezeichnung und Unternehmensform behielten die bisherigen Beschäftigungsbedingungen samt tariflicher Regelungen "eins zu eins" ihre Gültigkeit, betont Tretter. Das bestätigt auch ein Sprecher von Siemens Healthcare in Erlangen, wo sich weiterhin die Zentrale befinden wird: Unter anderem gelten "Lohn, Gehalt und Urlaubsansprüche weiter". Nur der Briefkopf werde sich durch diesen "Verwaltungsakt" ändern.

Vier Wochen Zeit

Die Belegschaft habe nun vier Wochen Zeit zu entscheiden, ob sie diesen Schritt mitgehen oder ob sie schriftlich Widerspruch einlegen wolle. "Wer in Kemnath bleiben möchte, hat aber nicht viele Wahlmöglichkeiten", gibt der Betriebsratsvorsitzende zu: "Bei einem Widerspruch habe ich meinen Arbeitsplatz aufgegeben." Der Betroffene müsse dann selber sehen, ob und wo er - allerdings in der Siemens AG - unterkommen könnte.

Der Erlanger Siemens-Sprecher macht deutlich, dass beim Betriebsübergang die Arbeitsstelle in die GmbH wandert. Bei einem Widerspruch sei klar, dass "ein Arbeitsverhältnis ohne Stelle" bestehe und daher eine betriebsbedingte Kündigung nicht auszuschließen sei, sollte sich für den Mitarbeiter keine Stelle in der AG ergeben. Es sei daher davon auszugehen, "dass nur sehr wenige Mitarbeiter" nicht in die neue Konzerngesellschaft wechseln werden. In der künftigen GmbH gelte weiterhin die ausgehandelte Beschäftigungssicherung, die "unbefristet läuft". Entlassungen könnten nur nach Kündigung dieser Vereinbarung ausgesprochen werden, allerdings frühestens in drei Jahren, macht Tretter deutlich. So lange bleibe das Unternehmen auch in Siemens-Hand. Wie es dann weitergeht ist unsicher.
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