Bier ist ein besonderer Saft
Feier für 500 jahre Reinheitsgebot

Wirtschaft
Kemnath
29.02.2016
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Wunsiedel. Wer weiß, wieviele kluge oder weniger kluge Sprüche sich um das Bier ranken. "Seelentrank" oder "flüssige Gegenwart" nannte Wunsiedels großer Dichter Jean Paul den edlen Gerstensaft, der ihm bekanntlich das liebste Getränk war. "Edles Bier, du tust mir gut, gibst mir Zuversicht und Mut", hatte das Fichtelgebirgsmuseum als Motto seines Festivals gewählt, das Auftaktveranstaltung ist für weitere Termine zum Jubiläum "500 Jahre Reinheitsgebot".

Am Sonntag wurde hier jedenfalls die Bedeutung des Bierbrauens und der Bierkultur im "FichtelgeBIERge gebührend gefeiert: bei erfreulich kurzen, aber aussagekräftigen Eröffnungsreden des fachkundigen Schirmherrn, dem Landtagsabgeordneten Martin Schöffel (selbst Braumeister), von Landrat Dr. Karl Döhler, von Thomas Engel, Bereichsleiter der Regierung von Oberfranken, von Museumsleiterin Dr. Sabine Zehentmeier-Lang und mit dem Bierfassanstich der überaus gut gelaunten Bierkönigin und Hobbybrauerin Marlene Speck. Zur Seite stand ihr Bierkenner und -sommelier Markus Raupach. Von ihm erfuhren die Besucher den ganzen Tag über in vielfältigen Aktionen und Vorträgen viel Wissenswertes rund um das Bier.

"Sing mer a aweng", hatte Carolin Pruy-Popp vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege eingeladen, bevor sich die Besucher ein Bild machten von den sich auf zwei Stockwerken präsentierenden Brauereien aus Oberfranken und der Oberpfalz. Natürlich luden sie alle an kreativ dekorierten Ständen ein zum Verkosten, des edlen Gerstensafts. Denn wie schon Martin Luther gesagt haben soll: "Wer kein Bier hat, der hat auch nichts zu trinken."

"Gut Bier ist Speise, Trank und Kleid", sagt ein altes Sprichwort. Wem das nicht genügte, der konnte im Museumscafé seinen Hunger mit einer köstlichen Biersuppe stillen, die Beate Roth zubereitet hatte. Eine weitere Attraktion war das "Bierstacheln" in der Museumsschmiede.

Aktuelle Diskussionen um Glyphosat im Bier haben den Nerv mancher Biertrinker getroffen. Wie dem auch sei, viele der ausstellenden Brauereien hatten jedenfalls süffiges Öko-Bier im Angebot, das nicht mit dem Herbizid in Kontakt gekommen ist. Wasser, Hopfen, Malz und Hefe: Mehr ist da nicht drin. Schon die alten Sumerer hatten in einem Gesetz deutlich gemacht: "Wer Bier panscht, wird im eigenen Fass ertränkt oder bis zum Ersticken mit Bier zugegossen."

So hart fallen moderne Bier-Verordnungen nicht mehr aus. Zu den wichtigsten zählt das Bayerische Reinheitsgebot vom 23. April 1516.

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Weitere Informationen:

www.fichtelgebirgsmuseum.de.
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