Flüchtlinge als Praktikanten bei Siemens
Voneinander lernen

Beide Seiten sollen profitieren: Personalleiterin Elisabeth Bayer (von links), Pate Andreas Schmid, Zaher Alabed, Pate Werner Schubert, Ziad Alibrahim und Standortleiter Alfred Koch . Bild: hwk
Wirtschaft
Kemnath
16.01.2016
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Mit dem neuen Jahr begann für zwei Syrer ein ganz neuer Abschnitt: Zaher Alabed und Ziad Alibrahim leben seit einem Jahr als Flüchtlinge in Kemnath. Die nächsten beiden Monte absolvieren sie bei Siemens Kemnath ein Praktikum.

"Beide Seiten können wunderbar voneinander lernen. Sie von den Arbeitsbedingungen in einem deutschen Unternehmen, wir von ihrer Lebenserfahrung und dem Einblick in für uns wenig vertraute Kulturen", begrüßte Standortleiter Alfred Koch die Neuen. Durch die gute Zusammenarbeit mit der Stadt und der Vermittlung von Bürgermeister Werner Nickl sei das Praktikum schnell organisiert worden. Zaher Alabed studierte Maschinenbau und arbeitete in Syrien und im Libanon, um sich sein Studium zu finanzieren. Er floh aus Syrien und freut sich nun auf neue Erfahrungen bei Siemens.

Der Elektriker Ziad Alibrahim arbeitete mehrere Jahre in Syrien, unter anderem in der Instandhaltung. Am Siemens-Standort werden beide in einer Montagelinie und in der Werkstatt für Arbeitsmittel eingesetzt. "Unsere Kultur der Toleranz und Akzeptanz kann davon nur profitieren", so Personalleiterin Elisabeth Bayer. Viele Mitarbeiter engagieren sich ehrenamtlich. "Die Möglichkeit zum Austausch mit zwei Betroffenen der Flüchtlingskrise kann dieses Engagement nur stärken", so Bayer weiter.

"Die Sprache ist die größte Herausforderung", sagen die Flüchtlinge. Beide sprechen zwar sehr gut Deutsch, Dialekt und Sprechgeschwindigkeit machen noch Probleme. Um sich zurechtzufinden, steht je ein Pate zur Seite. Werner Schubert und Andreas Schmid sollen bei Verständigungsproblemen oder anderen Herausforderungen schnell helfen.
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