Millionen-Investition in Kemnath
Neuer Lack für den Siemens-Standort

Kleine "Bausteine" statt des symbolischen Grundsteins übergab der Leiter des Mechatronic-Centers, Helmut Kellner, an Siemens-Standort-Chef Alfred Koch und kaufmännischen Leiter Bernhard Rupprecht (von rechts). Bild: Fütterer
Wirtschaft
Kemnath
26.09.2016
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Neben Qualität zählt im internationalen Wettbewerb auch die Geschwindigkeit: Siemens errichtet am Standort Kemnath eine komplett neue Lackier-Straße für Computertomografen und Röntgen-Systeme: Die Millionen-Investition macht die Prozesse in der Lackiererei um bis zu 80 Prozent schneller.

Die versammelte Polit-Prominenz der Region strahlte mit dem herrlichen Spätsommertag am Montag um die Wette. Landtagsabgeordneter Tobias Reiß schwärmte von einem "Bekenntnis zum Standort"; Tirschenreuths Landrat Wolfgang Lippert wertete das Projekt schlichtweg als "Zukunft" und der Kemnather Bürgermeister Werner Nickl offenbarte die "stolzgeschwellte Brust".

Den Hintergrund für den parteiübergreifenden Jubel zeigte Siemens-Standortleiter Alfred Koch auf. Es standen nämlich drei Alternativen zur Wahl: Outsourcing, Verkauf an ein Fachunternehmen - oder Eigenbetrieb. Mit der Millionen-Investition bleiben Know-how und Kompetenz weiter vor Ort in Kemnath. Koch sprach deshalb von einem "Meilenstein in der Geschichte des Standorts", von einem "Baustein für die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit". Die bestehende Lackieranlage aus dem Jahre 1989 hielt mit den wachsenden Ansprüchen nicht mehr mit; sie bildete mit einer Durchlaufzeit von zwei Tagen eine Art "Flaschenhals" in der Produktion. Mit der neuen Lackier-Straße erwartet Koch schnelle, kundenspezifische, Flexibilität in Farbe und Design sowie wirtschaftliche Arbeitsprozesse.

Wie der Leiter des Mechatronik-Centers, Helmut Kellner, erläuterte, wird die neue Anlage innerhalb eines Jahres im laufenden Betrieb installiert und integriert. Sie erlaubt Kombi-Lackierungen, einen schnellen Farben- und Formenwechsel, erhöht Flexibilität und Produktivität. Beim geplanten Tag der offenen Tür am 1. Juli 2017 zum 55-jährigen Bestehen soll die neue Lackiererei zumindest schon im Teilbetrieb laufen. Der hohe Grad an Automation erfordert auch weniger Mitarbeiter. Hier sind nach Auskunft von Koch einvernehmliche Lösungen im Gespräch. Denn andere (stark wachsende) Abteilungen am Standort Kemnath erforderten wiederum mehr Personal.

Die Investition stellt einen Meilenstein in der Geschichte des Standorts Kemnath dar: innovativ, ökologisch und zukunftsorientiert.Siemens-Standortleiter Alfred Koch


Siemens KemnathDer 1962 als "verlängerte Werkbank" gegründete Siemens-Standort entwickelte sich seit Mitte der 90er Jahre zum globalen Kompetenzzentrum des Konzerns für Medizin-Mechatronik. Das Weltunternehmen forscht und fertigt in Kemnath die Mechatronik für hochkomplexe Röntgen- und Angiografiesysteme, Magnetresonanz- und Computertomografen. Der Standort zählt 1200 Beschäftigte. Mit weiteren Werken wie in Amberg ist Siemens insgesamt der größte Arbeitgeber in der Oberpfalz. (cf)
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