Siemens in Kemnath fertigt entscheidende Bauteile für hochmodernen Scanner „Biograph mCT“
Medizintechnik aus Oberpfalz spürt Alzheimer auf

Bei der Diagnostik von Demenz- und Krebserkrankungen setzen die Mediziner große Erwartungen in den Siemens-Scanner. Bild: privat
Wirtschaft
Kemnath
07.09.2016
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Kemnath/Bayreuth. Ausgefeilte Technik aus der Oberpfalz hilft, Demenz-Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Wesentliche Komponenten des hochmodernen PET/CT-Scanners "Biograph mCT" von Siemens werden am Standort Kemnath produziert. Wie ein Unternehmenssprecher unserer Zeitung bestätigt, fertigt Siemens Kemnath den speziellen Patienten-Tisch für das Diagnostik-Gerät sowie die hochpräzise Mechatronic, denn die Untersuchungen erfordern feinste Mess-Genauigkeit.

Originelle Fußnote: Der auch für schwergewichtige Personen konstruierte Patienten-Tisch hält mit einer Tragfähigkeit bis zu 227 Kilogramm (viereinhalb Zentner) den "Weltrekord" bei PET/CT-Scannern. Dieses Plus gilt in der Branche als besonders für den US-Markt interessant. Am Montag stellte das Klinikum Bayreuth offiziell den PET/CT-Scanner vor. Von dieser in Bayreuth installierten Variante gibt es nach Auskunft der Siemens-Zentrale "nur eine Handvoll in ganz Deutschland". Das Klinikum investiert zwei Millionen Euro in "Hochleistungstechnik für schnellere, präzisere und schonendere Patienten-Untersuchungen". Damit stünden die Chancen, dass Krebs- und Demenzerkrankungen sehr früh erkannt und behandelt werden, "so gut wie nie zuvor".

Die Klinik für Nuklearmedizin am Klinikum Bayreuth unter Leitung von Chefarzt Dr. Stefan Förster nimmt nach eigener Aussage "Nordbayerns modernsten PET/CT-Scanner" in Betrieb. "Mit dem PET/CT lassen sich innerhalb einer einzigen Untersuchung sowohl kleinste Krebsherde im Millimeterbereich zuverlässig erkennen und hochpräzise lokalisieren, als auch Eiweißablagerungen und Stoffwechselveränderungen im Gehirn von Demenzpatienten sehr frühzeitig erfassen", heißt es in einer Verlautbarung des Klinikums. Bereits "Jahre und Jahrzehnte" vor Auftreten von typischen klinischen Symptomen und von strukturellen Hirngewebsveränderungen in der Kernspintomographie (MRT) und Computertomographie (CT) kann mittels PET/CT des Gehirns nun eine neurodegenerative Demenzerkrankung wie Alzheimer erkannt werden. Die Untersuchungszeit bei einer PET/CT-Ganzkörperaufnahme von Krebspatienten verringert sich von früher 60 Minuten auf 15 Minuten: bei gleichzeitigen "erheblich" verbesserter Bildqualität sowie einer deutlichen Verringerung der Strahlenbelastung für den Patienten um 50 Prozent.

Der neue PET/CT-Scanner besitzt nicht nur die derzeit größte Geräteöffnung auf dem Markt, was insbesondere Patienten mit Platzangst zu Gute kommt, sondern ist auch mit einem hochgenauen Lasersystem und spezieller Liege-Vorrichtung für die Durchführung von Strahlentherapie-Planungsuntersuchungen ausgestattet. Der Siemens-Biograph mCT 40-TrueV gilt in der vorliegenden Ausstattung als modernstes PET/CT-Gerät in ganz Nordbayern. "Mit der Anschaffung ist das Klinikum Bayreuth die erste außer-universitäre Einrichtung in Bayern, die in diese hochwertige Technologie investiert", sagt Norbert Franke, verantwortlich für den Bereich Nuklearmedizin und Molekulare Bildgebung in Deutschland bei Siemens Healthineers.

Verdoppelung der Patienten


Der neue PET/CT-Scanner steht nicht nur für stationäre Patienten bereit, es werden auch ambulante Untersuchungen durch niedergelassene Fachärzte und externe Krankenhäuser angeboten. Chefarzt Dr. Förster rechnet 2017 mit einer Verdoppelung der Patienten, die sich am Klinikum Bayreuth einer PET/CT-Untersuchung unterziehen.
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