Diskussion um neue Streckenführung für Ostbayernring
Leitung neben alter Trasse

Politik
Kirchendemenreuth
22.01.2016
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Die Stellungnahme zum Ersatz der Hochspannungsleitung Ostbayernring stand im Mittelpunkt der Gemeinderatsitzung. Diskutiert wurden verschiedene Trassenführungen durchs Haberland. Keine davon überzeugte die Räte. Doch sie wussten, was ihnen am liebsten wäre.

Kirchendenreuth. "Ich verspüre eine gewisse Brisanz in der Thematik, da uns die Stromtrasse doch sehr belastet. Den einen mehr, den anderen weniger", meinte Bürgermeister Dr. Gerhard Kellner zu Beginn der Sitzung. Verfolgen sonst maximal ein bis zwei Zuhörer die Sitzungen, so waren dieses Mal immerhin zehn Besucher gekommen.

Der Rathauschef präsentierte per Beamer die verschiedenen Trassenführungen. Dabei nahm er auch etwas verärgert Bezug auf die kürzlich von der Gemeinde Altenstadt geäußerte Kritik am Haberländer Bürgermeister wegen der ins Spiel gebrachte Variante durchs Sauerbachtal. Kellner stellte klar, dass er keinerlei Einfluss auf die Trassenführung habe. Er dürfe jedoch - wie jeder andere Beteiligte auch - Alternativvorschläge in die Diskussion einbringen.

"Es wäre zu schön, wenn der Bürgermeister aus dem kleinen Haberland-Dorf hier mit entscheiden könnte. Dem ist aber nicht so", verwehrte sich Kellner gegen die Vorwürfe aus dem Nachbarort. Im Übrigen quere auch die andere Variante das Sauerbachtal. "Letztlich sind wir über alle Varianten nicht besonders glücklich. Beide zerstören und zerschneiden unser schönes Haberland."

Letztlich sind wir über alle Varianten nicht besonders glücklich. Beide zerstören und zerschneiden unser schönes Haberland.Bürgermeister Dr. Gerhard Kellner

Im weiteren Verlauf diskutierten die Räte über alle vorgeschlagenen Strecken- und Teilstreckenabschnitte und suchten nach einer möglichst noch erträglichen Lösung. In den meisten Bereichen seien Landschaftsschutzgebiete betroffen. Keine einzige Trasse oder Teiltrasse sei gut für die Gemeinde. Alle belasten das Haberland.

Das Gremium befasste sich schließlich mit der Stellungnahme zum Planvorhaben. Grundsätzlich wollten die Räte keine Aussagen zu den einzelnen Abschnitten machen. Sie favorisierten allerdings eine neue Leitung neben der Bestandstrasse. Eine weitere Zerstörung von Natur und Heimat hoffen sie dadurch verhindern. Die Räte wünschen keine weitere Verschandelung der Landschaft und auch keine weitere Beeinträchtigung der Land- und Forstwirtschaft.

Der Abstand zu den einzelnen Ortschaften und Gehöften sollte möglichst groß sein. Notfalls müssten Erdkabel verlegt werden. Die Kirchendemenreuther fordern zudem eine klare Position auch zur geplanten Gleichstromtrasse. Eventuell nicht mehr benötigte Grunddienstbarkeiten müssten gelöscht werden. Berücksichtigt werden soll zudem die mögliche künftige Ortsentwicklung der Haberländer Ortschaften.

Kellner gab noch bekannt, dass die Kostenbeteiligung zur Startphase für die Dorferneuerung von Obersdorf nun vor liege. Die Planungskosten betragen 25 750 Euro. Die Gemeinde muss davon 41 Prozent, also 10 557 Euro übernehmen. Eine entsprechende Vereinbarung über die Kostenbeteiligung wird mit dem Amt für ländliche Entwicklung abgeschlossen.
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