Viele Vorbehalte gegenüber den geplanten Stromtrassen
"Verschandelung der Heimat"

Politik
Kirchendemenreuth
20.02.2016
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Nun hat auch die Haberlandgemeinde ihre Stellungnahme zum Ersatzneubau des Ostbayernrings abgegeben. Die Kommune und deren Bewohner äußern darin große Vorbehalte und Ängste in vielfältiger Weise. Die Gemeinde geht detailliert auf die einzelnen Varianten und Untervarianten ein. Letztlich kann sich die Kommune mit keiner der vorgelegten Versionen anfreunden, teilweise werden sie sogar abgelehnt.

Südseite verschonen


"Wir sprechen uns kategorisch gegen eine Neutrassierung aus, die auf der Südseite (Balkonseite) der Ortschaft Püllersreuth verlaufen würde", erklärte Bürgermeister Dr. Gerhard Kellner. Entlang des gesamten Ostbayernrings würde nur der Ortschaft Püllersreuth so eine Situation zugemutet. "Die anderen Trassenvorschläge wird die Gemeinde aufgrund der Wahrung des inneren Friedens weder einseitig bevorzugen noch gar gut heißen."

Kellner ging in der Sitzung auf die einzelnen Abschnitte ein. "Bei jeder Trassenführung gibt es erhebliche Widerstände seitens der Anwohner, Waldbesitzer oder Landwirte. Die Anwohner der bisherigen Bestandstrasse monieren die schon jetzt bestehende Belastungssituation, die sie bereits seit 40 Jahren ertragen mussten. Diese würde durch die zu erwartenden Mastenerhöhungen noch verschärft werden. Andere befürchten einen massiven Eingriff in Wald und Flur", berichtete der Bürgermeister. "Dies bedeutet im Ergebnis eine Verschandelung und Zerstörung unserer Heimat." Befürchtet wird zudem auch im Hinblick auf die ebenfalls im Raum stehende Gleichstromstromleitung eine "Monstertrasse".

"Sollte ein Ersatzbau entlang der bestehenden Trasse unumgänglich sein, sollte er größtenteils direkt auf der bestehenden Trasse verwirklicht werden", meinte Kellner. "Dies ist im Staatswald (Manteler Forst) möglich, warum nicht auch in der Fläche? Was für den Staat gut ist, ist auch für seine Bürger gut. Dies verringert den Eingriff in die Natur." Kellner verwies zudem auf geschützte Vogelarten, wie den Schwarzstorch, und auf das Vorkommen geschützter Tierarten von besonderer überregionaler Bedeutung. "Vor Festlegung einer Trassenvariante sollte dies unbedingt ausreichend abgeklärt werden."

Sollten Teilbereiche der Bestandstrasse frei werden, seien diese sofort nach Inbetriebnahme der neuen Leitung abzubauen und die betreffenden Grunddienstbarkeiten unbedingt aufzuheben, fordert die Gemeinde. Unvermeidliche Mastenstandorte müssten zwingend landschaftsverträglich geplant werden und dürfen in der Regel nur in der geringstmöglichen Höhe und Breite ausgeführt werden, in Form von sogenannten Kompakt-Masten.

Entschädigung gefordert


Für betroffene private Wald- und Grundbesitzer wird eine großzügigere Entschädigung gefordert. Berücksichtigt werden müsse auch die künftige Dorfentwicklung der betroffenen Haberlandgemeinden. Es werden in jedem Fall größtmögliche Abstände zu allen Ortschaften und gefordert. Die Gemeinde regt zudem an, das gesamte Planverfahren bis zur Klarstellung, wo eine künftige Gleichstromtrasse überhaupt verlaufen soll, zurückzustellen. Im Blickpunkt
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